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20.01.2005

17:35 Uhr

IT + Telekommunikation

Experten fordern bundesweites „e-Ticket“ für Bus und Bahn

Bus und Bahn fahren muss nach Ansicht von Verkehrsexperten mit einer neuen Tarifpolitik kundenfreundlicher werden. Mit einem flächendeckenden elektronischen Ticket soll der Fahrgast nur für die tatsächlich gefahrene Strecke, ob mit dem Bus, der Tram, der S- und U-Bahn oder der Deutschen Bahn zahlen.

ICE der Bahn

Experten fordern ein „e-Ticket“ für alle öffentlichen Verkehrsmittel.

dpa BERLIN. Bus und Bahn fahren muss nach Ansicht von Verkehrsexperten mit einer neuen Tarifpolitik kundenfreundlicher werden. Mit einem flächendeckenden elektronischen Ticket soll der Fahrgast nur für die tatsächlich gefahrene Strecke, ob mit dem Bus, der Tram, der S- und U-Bahn oder der Deutschen Bahn zahlen.

Das sagte der Leiter der am Donnerstag in Berlin vorgestellten Studie „Öpnv-Markt der Zukunft“, Rainer Lasch, in einem dpa-Gespräch. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesforschungsministeriums und des Deutschen Verkehrsforums - eine Vereinigung von 150 deutschen und europäischen Verkehrsunternehmen - erstellt.

Ähnlich wie bei der LKW-Maut würde auf dem „e-Ticket“ Start und Ziel der Fahrt registriert. „Am Monatsende könnte dann - wie bei der Telefonrechnung - abgerechnet werden“, sagte der Verkehrsexperte von der Technischen Universität Dresden. Die Tarife könnten dann individueller gestaltet werden. „Wer nachts fährt, zahlt einen Nachtzuschlag, wer am Tag außerhalb des Berufsverkehrs fährt, wird begünstigt“, sagte Lasch. Auch soziale Unterschiede könnten ohne weiteres berücksichtigt werden. „Die Angebote müssen sich auf regelmäßig mitfahrende Kunden und besonders auf Senioren ausrichten, der Schülerverkehr geht wegen des Geburtenrückgangs immer weiter zurück.“

Voraussetzung für eine erfolgreiche Reform sei eine genaue Analyse der Kundenbedürfnisse. „Unrentable Streckenführungen würden wegfallen, die lukrativen und stark genutzten Linien müssten dafür aber in dichter Taktung bedient werden - aller zwei Minuten beispielsweise“, sagte Lasch. Nur ein flexibleres System könne Kunden auf Dauer binden und unvermeidliche Preiserhöhungen rechtfertigen.

Eine baldige Einführung sei jedoch sehr unrealistisch. „Zunächst müssten sich die Verkehrsbetriebe - öffentliche und private - auf ein gemeinsames System einigen, dann muss die Infrastruktur für ein bundesweites "e-Ticket" geschaffen werden“, sagte Lasch. Der Idealfall sei ein europaweit gleiches System: mit einem Ticket von Stockholm bis Rom. „So ein Projekt ist vor 2025 nicht denkbar. Jetzt müssen aber die Weichen dafür gestellt werden.“

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