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12.05.2011

13:03 Uhr

Facebook

Ärger mit dem echten falschen Mark Zuckerberg

Es ist nicht leicht, Mark Zuckerberg bei Facebook zu sein. Ständig versuchen Unbekannte, sich mit ihm bei Facebook anzufreunden oder beschweren sich über Probleme mit dem Online-Netzwerk. Dabei hat dieser Zuckberg Facebook gar nicht gegründet.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg macht einem gleichnamigen Insolvenzanwalt viel Ärger. Quelle: Reuters

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg macht einem gleichnamigen Insolvenzanwalt viel Ärger.

New York/Berlin„Schon wieder so einer, der sich für den Chef ausgibt“, muss sich ein Facebook-Mitarbeiter gedacht haben, als er jüngst das Profil eines Mark Zuckerberg bei dem Online-Netzwerk blockierte. Doch: Dieser Mark Zuckerberg war tatsächlich echt. Er ist gut 20 Jahre älter und Insolvenzanwalt aus Indianapolis.

Etwas peinlich macht die Facebook-Aktion, dass der Namensvetter bei dem Online-Netzwerk kein Unbekannter ist. Schon bei der Anmeldung habe er Geburtsurkunde, Führerschein und seine Anwaltszulassung vorlegen müssen, erzählte Mark S. Zuckerberg der Zeitung „Indianapolis Star“. Normalerweise reicht eine E-Mail-Adresse.

Außerdem hat der umtriebige Insolvenzanwalt längst begonnen, die Namensgleichheit in Werbung für sein Geschäft umzumünzen. „Ich bin Mark Zuckerberg“, verkündet unmissverständlich seine Website iammarkzuckerberg.com. „Wenn Sie 2004 bei Google nach dem Namen Mark Zuckerberg gesucht hätten, hätten Sie mich gefunden, und niemanden sonst“, beklagt er sich dort etwas dünnhäutig. Schließlich habe er ein Leben lang daran gearbeitet, ein „Ausnahme-Anwalt“ zu werden - und dann stahl ihm ein Studienabbrecher das Rampenlicht.

Bis zu 500 Freundschaftsanfragen pro Tag bekommt Mark S. Zuckerberg bei Facebook nach eigenen Angaben. Immerhin habe der berühmte Name aber auch seine guten Seiten. Als er einmal eine Reservierung in Las Vegas vornehmen wollte und seinen Namen nannte, hieß es gleich: „Oh,für Sie finden wir sicher etwas, Sir“, erzählte Zuckerberg der Zeitung aus Indianapolis. Und immerhin würde er die Suchanfragen nach „Mark Zuckerberg“ und „Insolvenz“ beherrschen, falls der 26-jährige Internet-Unternehmer jemals in finanzielle Schwierigkeiten kommen sollte.

Die Geschichte von dem gesperrten echten falschen Zuckerberg unterstreicht aber auch ein längst bekanntes Problem: Im Gegensatz etwa zum Kurznachrichtendienst Twitter hat Facebook keine offiziell bestätigten Profile für Prominente. Im Prinzip kann jeder ein Profil mit dem Namen von Mark Zuckerberg - oder von Hollywood-Schauspielern oder Sportstars anmelden. Immerhin gibt es Überlegungen, wie man böswilligen Doppelgängern das Leben schwerer machen kann. So entwickelte ein Facebook-Mitarbeiter ein System, das einem Nutzer, der sich für einen Prominenten ausgibt, seinen tatsächlichen Aufenthaltsort anzeigt und fragt, ob er tatsächlich fortfahren will, berichtete das US-Magazin „Businessweek“ am Donnerstag.

Inzwischen schaltete Facebook das Profil von Mark S. Zuckerberg wieder frei. „Unsere Mitarbeiter schauen sich jeden Tag tausende verschiedene Inhalte an, die ihnen gemeldet werden, und da passieren natürlich gelegentliche Fehler“, erklärte das Online-Netzwerk die Panne. Der Insolvenzanwalt habe eine Entschuldigungs-Mail bekommen.

Von

dpa

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