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09.02.2016

13:26 Uhr

Facebook und Fake-Profile

So schützen Sie sich vor Abzocke

VonThomas Kuhn
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Betrüger kopieren Facebook-Profile, um damit Geld zu ergaunern. Weil niemand systematisch gegen die Täter vorgeht, hilft nur Selbstschutz: Tipps, wie Sie die kriminellen Doppelgänger Ihrer digitalen Freunde ausbremsen.

Wie soll man mit Fake-Profilen in sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Co. umgehen? Screenshot

Identitätsdiebstahl im Netz

Wie soll man mit Fake-Profilen in sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Co. umgehen?

Dass sie online gleich zwei digitale Alter-Egos bei Facebook hatte, bemerkte Karin Landolt erst, als sich Freunde telefonisch und per E-Mail bei ihr meldeten. "Es gibt dich bei Facebook zwei Mal, warnten die", erzählt die Kommunikationschefin bei der Standortförderung der Stadt Winterthur. Erstaunt stellte die Schweizerin fest, dass sich zeitweilig tatsächlich zwei identisch aussehende Profil-Seiten von ihr im weltgrößten sozialen Netzwerk fanden - mit gleichem Namen, gleichem Profilbild, gleichem Hintergrundbild, gleichem Arbeitsort.

"Es passte alles - nur stammte die eine Seite nicht von mir", erzählt Landolt im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Den digitalen Doppelgänger hatten bislang unbekannte Betrüger angelegt und sich dabei kurzerhand der Online-Identität der Schweizerin bedient.

Facebook in Zahlen

Tägliche Nutzer

Im Dezember 2015 griffen jeden Tag 1,04 Milliarden Nutzer auf den Facebook-Dienst zu, davon 934 Millionen von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets.

Quelle: das Unternehmen.

Monatliche Nutzer

Pro Monat waren es im Dezember 2015 1,59 Milliarden Nutzer bei Facebook aktiv, 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Videos

Täglich werden über vier Milliarden Videos auf der Facebook-Plattform abgerufen.

Kurznachrichten

Nutzer von Facebook-Apps verschicken täglich 45 Milliarden Kurzmitteilungen. Dem Konzern gehört neben dem Facebook Messenger auch der Dienst WhatsApp.

Instagram

Die Foto-Plattform Instagram wird jeden Monat von 400 Millionen Nutzern besucht.

Ärgerlicher noch als die bloße Kopie ihres Facebook-Auftritts war, dass die Ersteller der Profilkopie kurzerhand Landolts bestehenden Facebook-Freunden eine weitere Kontaktanfrage vom Fake-Profil schickten - im Wissen, dass vielen die Dopplung nicht auffällt und sie die Anfrage kurzerhand nochmals bestätigen.

Der Gedanke dahinter ist ebenso dreist wie lukrativ: Sobald einer von Landolts Kontakten die Anfrage bestätigt hätte, wäre er vom Fake-Profil in einen Chat gelockt worden, in dem der Betrüger die Handynummer abfragt.

Auf diese Nummer bucht der Angreifer dann mithilfe von Online-Bezahldiensten wie Paypal oder Boku einen per Handyrechnung zu bezahlenden Einkaufsgutschein. Den daraufhin an das Handy des ahnungslosen Freundes verschickten Freigabe-Code hätte der Betrüger via Chat abgefragt und so die Zahlung autorisiert.

Konkrete Zahlen zu Opfern und wirtschaftlichen Schäden gibt es nicht: Das Betrugsmuster wird in der Kriminalstatistik nicht gesondert ausgewiesen. Laut Warnungen mehrerer Polizeibehörden aus Deutschland, der Schweiz oder Österreich erreichen die Schäden in einzelnen Fällen aber bis zu vierstellige Summen.

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