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24.01.2015

10:36 Uhr

Fehlerhafte Spiele

Wenn der Kunde zum Tester wird

Immer wieder werden Computerspiele auch mit schwerwiegenden Fehlern auf den Markt geworfen. Um allzu großen Frust zu verhindern, sollten Zocker ein bisschen warten, bevor sie sich zum Kauf entschließen.

Frust statt Spielspaß: Titel wie "Assassin's Creed Unity" hatten beim Verkaufsstart mit zahlreichen Fehlern zu kämpfen. dpa

Frust statt Spielspaß: Titel wie "Assassin's Creed Unity" hatten beim Verkaufsstart mit zahlreichen Fehlern zu kämpfen.

BerlinExperten nennen Fehler in Computerprogrammen „Bugs“ (Käfer). In Spielen für den PC und die Konsole gab es die lästigen Tierchen schon immer. Zuletzt mussten sich viele Zocker aber mit echten Insektenplagen herumschlagen. Ob „Assassin’s Creed Unity“, „Driveclub“ oder „Halo: The Masterchief Collection“: Selbst große Blockbuster kamen 2014 mit spielspaßverderbenden Bugs in den Handel.

„Ein Grund ist, dass die Entwicklung von Spielen immer komplexer wird“, sagt Thomas Bremer, Professor im Studiengang Game Design an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. Aktuell erscheinen viele Spiele gleichzeitig für den PC, die neuen Konsolen Playstation 4 und Xbox One sowie deren Vorgänger. Das bedeutet viel zusätzliche Arbeit, so Bremer.

Gleichzeitig bleibe immer weniger Zeit, die Arbeit zu erledigen: „Der Druck auf die Entwickler steigt, zum Beispiel durch immer kürzere Releasezyklen.“ Während es früher nur bei Sportspielen wie „Fifa“ eine jährliche Neuauflage gab, liefern inzwischen auch andere Serien wie „Assassin’s Creed“ alle zwölf Monate Nachschub. Die Fehlersuche kommt da oft zu kurz.

Duell abgesagt: Vor allem der wichtige Mehrspielermodus machte zum Verkaufsstart von "Halo: The Masterchief Collection" mächtig Probleme. dpa

Duell abgesagt: Vor allem der wichtige Mehrspielermodus machte zum Verkaufsstart von "Halo: The Masterchief Collection" mächtig Probleme.

Stattdessen versuchen die Hersteller häufig, das Problem durch sogenannte Patches zu beheben. Im Idealfall geschieht das kurz vor der Veröffentlichung, sonst danach als Day-One-Patch. Seit dem Verkaufsstart von PS4 und Xbox One sind sie eher die Regel als die Ausnahme. Ihre bloße Existenz muss aber noch kein schlechtes Zeichen sein.

„Nicht jeder Day-One-Patch ist gleichermaßen relevant“, sagt Wolfgang Fischer, Chefredakteur der Zeitschrift „PC Games“. „Manchmal drehen die Entwickler da nur an ein paar Stellschrauben. Einige Spiele funktionieren ohne den Patch aber tatsächlich nicht richtig.“

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte mit dem Kauf neuer Spiele deshalb besser ein paar Wochen warten. Wichtig ist das vor allem bei Titeln, die Story und Atmosphäre in den Vordergrund stellen, so Fischer: „Gerade da würde ich mir das Spielerlebnis nicht durch Bugs verderben lassen.“

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