Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.09.2014

13:43 Uhr

Fernseher sammeln Daten

Verbraucherschützer warnen vor Smart-TVs

Fernseher, die mit dem Internet verbunden sind, sollen unerwünscht Daten ihrer Besitzer an die Gerätehersteller senden. Davor warnt die Verbraucherzentrale NRW. Firmen können mit den Daten Profile der Nutzer erstellen.

Mit einem Smart-TV können Besitzer nicht nur fernsehen, sondern auch im Internet surfen. dpa

Mit einem Smart-TV können Besitzer nicht nur fernsehen, sondern auch im Internet surfen.

DüsseldorfVerbraucherschützer warnen vor unerwünschtem Datensammeln durch mit dem Internet verbundene Fernseher. Viele Smart-TV-Geräte seien ab Werk so voreingestellt, dass sie bereits beim ersten Anschalten und beim reinen Fernsehen Daten des Zuschauers an den Gerätehersteller, die Sender oder andere Unternehmen weiterleiteten, teilte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) am Montag in Düsseldorf mit.

Die Empfänger der Daten könnten so das Fernseh- und Internetverhalten der Nutzer ausforschen und umfangreiche Profile über Tagesabläufe und persönliche Interessen erstellen.

Die Übertragung der Verbraucherdaten ohne vorherige Einwilligung und ohne verständliche Information darüber, was mit den Daten passiere, „ist für die Nutzer nicht tragbar“, kritisierte der Vorstand der VZ NRW, Wolfgang Schuldzinski. „Sie müssen selbst entscheiden können, was sie von sich preisgeben“, forderte er.

Welche Smart-TV-Angebote es gibt

Smart-TV

Smart ist ein Fernseher dann, wenn er nicht nur das klassische Programm zeigt, sondern auch ins Netz gehen und beispielsweise Online-Videos abspielen kann. Zuspieler wie Blu-ray-Player oder Spielkonsolen können den Bildschirm mit einer Internetverbindung nachrüsten. Ein verbreiteter Standard ist Hbb-TV, der Rundfunk- und Internetinhalte verknüpft – zu erkennen an der roten Taste auf der Fernbedienung, die den Dienst startet. Dort lassen sich zum Beispiel Mediatheken der TV-Sender starten, mit einem Browser im Internet surfen oder Apps installieren.

Smart-TV zum Nachrüsten

Mit einem Stick oder einer Set-Top-Box lassen sich auch Geräte zu Smart-TVs aufrüsten, die keinen Internetzugang haben. Hierbei konkurrieren wie bei Smartphones die Betriebssysteme Android von Google und Apples iOS um die Gunst der Kunden. Die Geräte werden am HDMI- oder UBS-Anschluss des Fernsehers angeschlossen.

Android-Lösungen

Die Smart-TV-Lösung des chinesischen Haushaltsgeräteherstellers Haier läuft mit Googles Android. Im Play-Store lassen sich mehr als eine Million Apps herunterladen. Der Haier-Stick kostet um die 100 Euro. Google bietet eine derartige Lösung auch selbst an – bisher allerdings nur in den USA. Den HDMI-Stick Chromecast gibt es allerdings auch in deutschen Online-Shops, mehr als Google-eigene Dienste sind aber nicht verfügbar. Im März soll der US-Internetkonzern den Stick auch in Deutschland auf den Markt bringen. Der Preis soll bei lediglich 35 Euro liegen.

Apple TV

Auch Apple hat eine Smart-TV-Lösung im Angebot. Bei Apple TV handelt es sich allerdings nicht um einen Stick, sondern um eine Set-Top-Box. Im März 2012 ging die dritte Version an den Start. Die Box kostet um die 100 Euro. Bei Apple TV handelt es sich – für den iPhone-Konzern typisch – um ein geschlossenes System. Das heißt der Nutzer kann zum Beispiel keine Apps direkt auf der Oberfläche installieren. Apple-Dienste wie das Film- und Musikshop iTunes sind vorinstalliert, eine App für Facebook fehlt dagegen, Googles Youtube läuft erst seit kurzem.

Nach dem Willen der Verbraucherschützer sollten die Werkseinstellungen so gestaltet sein, dass ohne Einwilligung und gute Information der Nutzer keine Daten übermittelt werden. Außerdem sollten Verbraucher auch zu einem späteren Zeitpunkt noch der Datenerhebung und -verwendung widersprechen können.

Smart-TV-Geräte bieten neben dem normalen Fernsehempfang die Möglichkeit, im Internet zu surfen. Nutzer können vom Fernseher aus unter anderem Inhalte aus Mediatheken abrufen, Online-Spiele spielen, im Netz einkaufen oder in sozialen Netzwerken aktiv sein.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×