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31.01.2012

14:07 Uhr

Filehoster

Megaupload-Dateien sollen zunächst erhalten bleiben

Die US-Justiz will die auf den beschlagnahmten Servern gefundenen Daten des Datei-Dienstes Megaupload schnell löschen. Dem Anwalt des Unternehmens zufolge wird das so schnell aber nicht geschehen.

Server von Megaupload in einem Hotelzimmer in Hong Kong. Um die von den Nutzern hochgeladenen Dateien gibt es Streit, weil auch legale Daten auf den Servern liegen. Reuters

Server von Megaupload in einem Hotelzimmer in Hong Kong. Um die von den Nutzern hochgeladenen Dateien gibt es Streit, weil auch legale Daten auf den Servern liegen.

Berlin/New YorkDie Daten von Nutzern der Internet-Plattform Megaupload sollen nicht so schnell gelöscht werden wie von der Justiz in den USA angekündigt. Ein Rechtsanwalt der Firma, Ira Rothken, teilte am Dienstag über Twitter mit, dass die Betreiber von zwei Rechenzentren zugesagt hätten, die Nutzerdaten noch mindestens zwei Wochen zu speichern. In der Zwischenzeit solle versucht werden, eine Lösung mit den US-Behörden herbeizuführen.

Zuvor hatte die zuständige US-Staatsanwaltschaft erklärt, die Vermieter von Server-Kapazitäten für Megaupload könnten am Donnerstag dieser Woche damit beginnen, die Inhalte zu löschen. Die zu dieser Plattform hochgeladenen Filme, Musikdateien oder Fotos sind vor allem in den Rechenzentren von Carpathia Hosting und Cogent Communications gespeichert. Carpathia erklärte: „Wir haben keine Möglichkeit, die auf den Servern liegenden Inhalte an die Nutzer von Megaupload zurückzugeben.“ Man möge sich direkt an Megaupload wenden.

Die Behörden sehen Megaupload.com als eine Drehscheibe für Raubkopien und hatten das Portal vor eineinhalb Wochen vom Netz genommen. Den deutschen Gründer Kim Dotcom alias Kim Schmitz ließen die US-Fahnder an seinem Wohnsitz in Neuseeland verhaften. Seitdem kommen die Nutzer nicht mehr an ihre Daten heran - auch wenn es sich um legale Dateien wie etwa Familienfotos oder private Briefe handelt. Die Website zeigt nur noch einen Hinweis des US-Justizministeriums und der Bundespolizei FBI zur Beschlagnahme der Internet-Adresse.

Die US-Behörden werfen Dotcom und weiteren Betreibern vor, mehr als 175 Millionen Dollar an der illegalen Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten verdient zu haben - durch die Gebühren der Nutzer oder durch Werbung. Den Schaden für die Hollywood-Studios und Plattenfirmen bezifferten die Ermittler auf deutlich mehr als eine halbe Milliarde Dollar. Die Anwälte von Kim Dotcom, der früher als Kim Schmitz bekannt war, bestreiten die Vorwürfe. Die USA haben einen Auslieferungsantrag gestellt.

Von

dpa

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