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06.04.2011

10:30 Uhr

Filesharing

Ein Programm, das App-Diebe anprangert

VonTina Klopp
Quelle:Zeit Online

Wer die gefälschte kostenlose Variante einer Android-App herunterlädt, wird mit einer Pranger-Nachricht an alle Kontakte bestraft. Ob das gegen Piraterie hilft?

Für Handy-Nutzer kann das Herunterladen kostenloser Apps zu bösen Überraschungen führen. Quelle: Reuters

Für Handy-Nutzer kann das Herunterladen kostenloser Apps zu bösen Überraschungen führen.

HamburgWer die App Walk and Text auf sein Android-Handy lädt, möchte seine Umgebung im Auge behalten, wenn er beim Gehen eine Nachricht schreibt – etwa um beim Tippen nicht gegen einen Betonpfeiler zu laufen.

Diese App kostet im Android-Market weniger als zwei Dollar. Nicht viel Geld für beulenfreie Knie und außerdem eine Entlohnung für den Entwickler, der Lebenszeit investiert hat, um für andere Menschen eine nützliche Anwendung zu programmieren.

Wer auf Filesharing-Seiten im Netz nach diesem Programm sucht, findet allerdings auch eine kostenlose Version. Kaum hat der Tauschbörsen-Nutzer diese Version auf sein Handy gespielt, wird jedoch klar, dass er sich einen Trojaner eingefangen hat.

Die Malware setzt ihn – und alle Menschen in seinem Kontakte-Ordner – mit einer SMS davon in Kenntnis, dass der Handybesitzer ein dreckiger Dieb ist: „Hey, just downloaded a pirated App off the Internet, Walk and Text for Android. Don't steal like I did!“ Es wird also allen mitgeteilt, wie dumm und billig man sei, eine App zu klauen, die es im Android-Shop für kaum mehr als einen Dollar gegeben hätte.

In einer Meldung, die den Installationsprozess abschließt, vermeldet die App dem Nutzer außerdem, dass soeben eine unlizensierte Version heruntergeladen wurde und fordert ihn auf, seine Telefonrechnung zu prüfen und nicht zu vergessen, die offizielle Version im Android Market zu erwerben. Wer auch immer dieses gefakte Programm ins Netz gestellt hat, hofft offenkundig, künftige App-Kopisten damit von ihrem umsatzschädigenden Verhalten abzubringen.

Doch die App überschreitet selbst die Grenze zur Legalität und verschafft sich Zugriff auf sensible Daten, hat der Sicherheitsdienstleister Symantec herausgefunden. Sie greift auf alle Kontakte im Adressbuch des Nutzers zu, ebenso auf die Netzwerkinformationen, sie verbindet sich mit dem Server, auf dem die Lizenzen verwaltet werden, sie kann den Ort des Telefons ausfindig machen, einen Telefonanruf starten, ohne dass dabei das Interface bedient wird, sie kann sich mit dem Internet verbinden, SMS verschicken und sogar das Telefon ausschalten. Symantec geht davon aus, einen ersten solchen Angriffe in der Mobilfunklandschaft entdeckt zu haben.

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