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17.01.2006

17:05 Uhr

Formel-1-Sponsoring

Intel will mit BMW neue Märkte erobern

Bei der Team-Präsentation des Formel-1-Rennstalls BMW Sauber F1 in Valencia prangt erstmals das neue Logo des Chipherstellers Intel auf den Formel-1-Boliden. Erst vor zwei Wochen hatte Intel in Santa Clara den neuen Markenauftritt vorgestellt. Doch neben einer geballten Marketingkampagne setzt Intel mit seinem neuen Engagement bei BMW gezielt auf die Wirkung des Rennsport-Ereignisses Formel 1.

Jacques Villeneuve und Nick Heidfeld fahren den neuen Boliden von BMW-Sauber. Foto: ap

Jacques Villeneuve und Nick Heidfeld fahren den neuen Boliden von BMW-Sauber. Foto: ap

dpa VALENCIA. Rund 800 Mill. Zuschauer auf der ganzen Welt haben sich die Rennen 2005 angeschaut. Der Tross zieht durch 17 Länder auf allen fünf Kontinenten. Selbst in China ist die Formel 1 im Jahr 2004 angekommen. „Der Markt ist riesig, und wir sprechen damit genau den Endverbraucher an, der die Produkte letztendlich kauft“, sagte Intel- Marketing-Manager und Formel-1-Fan Eric Kim am Dienstag in Valencia.

BMW und Intel verfolgen mit der Formel 1 eine jeweils ähnliche Strategie. Für beide Unternehmen ist es nicht nur ein „Hobby“, sondern der Einsatz soll sich auch kräftig in den Verkaufszahlen niederschlagen. Außerdem erhoffen sich beide Unternehmen einen Imagegewinn, auch für ihre Produkte. „Die Formel 1 steht für technische Innovationen, Emotionen und Motivationen“, sagte BMW- Motorsportchef Mario Theissen.

Die Zusammenarbeit soll nach Angaben der Partner weit über ein übliches Maß an Sportsponsoring hinaus gehen. Auch Intels kleinerer Konkurrent AMD war als Sponsor und Chiplieferant von Ferrari vor einigen Jahren in die Formel 1 eingestiegen. „Wir sind Partner“, betont Kim. Der Halbleiterhersteller liefert nicht nur mit seinen Prozessoren wichtige Bausteine für den hoch entwickelten Rennboliden, sondern stattet auch das Händlernetz und die Mitarbeiter der BMW Group mit der neuesten Technologie aus.

Darüber hinaus wollen Intel und BMW gemeinsam neue Technikstandards innerhalb der Automobilkommunikation entwickeln. Damit ist Intel wieder in seinem Kerngeschäft, kann aber mit der Automobil- und der Kommunikationsbranche gleichzeitig zwei neue Märkte erobern.

Diese Aussicht gab bei Intel den Ausschlag für die gemeinsame Kooperation. „Wir haben uns den Markt genau angeschaut, aber ein solches Paket konnte uns sonst niemand anbieten“, sagte Kim. Immerhin galt der Vertrag mit Konkurrent Mclaren-Mercedes schon als unterschriftsreif. Auch bei BMW ist man auf den neuen Partner stolz. Für das neue BMW-Team ist die Zusammenarbeit mit Intel nach dem Kauf von Sauber ein „weiterer großer Schritt nach vorn“, so Mario Theissen.

Eine weitere Kooperation dieser Art schließt der Halbleiterhersteller zunächst aus. „In der Formel 1 ist BMW unser Partner und bleibt unser einziger Partner“, sagt Kim. „Lediglich Varianten eines reinen Techniksponsorings wie wir es bei Toyota noch machen, sind noch denkbar.“ Das Risiko mit einem Formel 1-Neuling zu starten - bisher war BMW nur Motorenlieferant - hält Kim für kalkulierbar. „BMW will gewinnen und BMW wird gewinnen - vielleicht noch nicht in diesem Jahr.“

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