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18.06.2012

13:41 Uhr

Freies Betriebssystem

Linux-Erfinder hat Kampf um PC-Desktop nicht aufgegeben

Linux-Erfinder Linus Torvalds hat den Kampf um die Desktops nicht aufgegeben. Nur durch Vorinstallation könne sich sein freies Betriebssystem durchsetzen, sagte der Finne in Helsinki. Eine Chance biete Google Chromebook.

Linus Torvalds bei der Verleihung des Millennium-Technologie-Preises in Helsinki. dapd

Linus Torvalds bei der Verleihung des Millennium-Technologie-Preises in Helsinki.

HelsinkiDas freie Betriebssystem Linux kann sich nach Ansicht seines Erfinders Linus Torvalds nur durch vorinstallierte Systeme auf dem Desktop-Markt durchsetzen. Vor Studenten der Aalto-Universität in Helsinki verwies der Finne auf den enormen Erfolg von Linux im Mobilfunk-Markt, wo jeden Tag 900.000 Geräte mit dem Betriebssystem Android aktiviert würden. Android setzt auf das Linux-Betriebssystem auf.

Der virtuelle Schreibtisch eines herkömmlichen PCs sei der einzige Bereich, in dem „Linux nicht mit Abstand an der Spitze steht“, räumte Torvalds ein. „Darüber ärgere ich mich zu Tode.“ Das Vordringen auf den Desktop sei sehr schwer. Die meisten Verbraucher wollten nicht das Betriebssystem selbst auf der Maschine installieren. „Das gilt nicht nur für den Desktop, sondern auch für Mobiltelefone.“ Der Grund, dass Linux im Mobilmarkt so erfolgreich sei, liege allein daran, dass das System von den Herstellern vorinstalliert werde.

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Die größte Chance für Linux auf Desktop-Rechnern sieht Torvalds in Projekten wie dem Chromebook von Google. Die Geräte, die von Herstellern wie Samsung, Acer und Lenovo produziert werden, laufen unter einem Linux-System und dem Chrome-Browser von Google. Die erste Generation der Chromebooks sei noch „langsam und schrecklich“ gewesen. Die zweite Generation, die kommende Woche auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco vorgestellt wird, werde aber viel schneller sein. „Man landet den Treffer nicht mit der ersten oder zweiten Generation. Mit der dritten vielleicht. Mit der vierten oder fünften Generation wird es richtig interessant.“ Android habe sich auch nicht mit der Version 1.0 am Markt durchgesetzt.

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Torvalds nutzte seinen Auftritt an der Aalto-Universität auch für eine scharfe Attacke auf den Grafikkarten-Hersteller Nvidia, weil das Unternehmen für etliche Produkte keine Linux-Treiber zur Verfügung stellt. Nvidia sei unter den Hardware-Herstellern eher eine Ausnahme als die Regel - aber „einer der größten Problemfälle“. Torvalds behauptete, Nvidia sei die mit Abstand schlimmste Firma, mit der er je zu tun gehabt habe. Anschließend rief er unter dem Gelächter des Publikums mit gestrecktem Mittelfinger in die Kamera: „Nvidia, fuck you!“.

Von

dpa

Kommentare (2)

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dafe

18.06.2012, 17:42 Uhr

Ein Linux mit irgendwas von Google ist nun weiß Gott kein freies Betriebssystem mehr, das ist das Problem.

Kein-Problem

18.06.2012, 19:39 Uhr

Linux hängt nicht von irgendeiner Google Software ab. Es ist tatsächlich ein freies Betriebssystem, bei dem sich jeder die Distribution aussuchen kann. Wer unbedingt möchte, kann auch Google Software installieren oder auch nicht. Auf jeden Fall ist es besser, als von KleinWeich abängig zu sein.

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