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03.04.2012

11:17 Uhr

Freifunker

WLAN für ganze Städte nie kostendeckend

Auch im digitalen Zeitalter gibt es in keiner deutschen Stadt flächendeckendes WLAN. Selbst in Berlin scheitert das drahtlose Internet seit Jahren immer wieder an den Kosten, sagt ein Freifunker.

Internetcafe in Berlin. Freifunk-Initiativen, die flächendeckendes WLAN in die Städte bringen wollen, scheitern bislang an den Kosten. dpa

Internetcafe in Berlin. Freifunk-Initiativen, die flächendeckendes WLAN in die Städte bringen wollen, scheitern bislang an den Kosten.

BerlinDrahtloses Internet in ganzen Städten scheitert immer wieder an den Kosten für kommerzielle Betreiber. „Geld könnte man damit nur verdienen, wenn man Rosinenpickerei betreibt und die am häufigsten besuchten Plätze bespielt und den Rest nicht“, sagt der Berliner Abgeordnete der Piratenpartei und Freifunker Alexander Morlang. Die Freifunk-Community hat es sich zum Ziel gesetzt, eine frei zugängliche Netz-Infrastruktur von Freiwilligen zu schaffen.

Ein flächendeckendes Netz müsste aus einem sehr dichten Netz von Sendeanlangen bestehen, da WLAN-Router nur schwache Wellen aussenden, die Wände kaum durchdringen können. Handy-Wellen seien viel stärker und bräuchten weniger Masten, sagt der gelernte Systemadministrator Morlang. Die Freifunker schätzen, dass in Berlin etwa hundert Anlagen pro Quadratkilometer nötig wären.

Überall auf der Welt seien in den vergangenen Jahren Versuche von stadtweitem WLAN gescheitert, wenn die lokale Politik mit Privatfirmen zusammenarbeitete, sagt Morlang, der auch Mitglied im Chaos Computer Club (CCC) ist. „Es gibt nur wenige erfolgreiche Beispiele wie etwa Googles voll finanziertes Pilotprojekt in Kalifornien.“

Funktionieren würde außerdem ein Modell in der englischen Stadt Bristol, wo die Stadt mit den Freifunk-Initiativen kooperiert. Dort werden neben den städtischen Antennen auch die Router von Privatpersonen mit benutzt und so ein dichtes Netz ermöglicht. „Auch in Berlin könnte man so nicht nur an öffentlichen Plätzen WLAN bekommen, sondern auch dort, wo wir es wirklich brauchen: Wo die sozial Schwachen wohnen“, sagt Morlang.

„Wenn wir in Deutschland die digitale Spaltung überwinden wollen, dann brauchen wir Internet auch in diesen Bezirken“, meint der 38-Jährige. Kinder ohne Internetanschluss seien heute sozial ausgegrenzt. Für die Internetanbieter hingegen sei ein solches WLAN wegen der geringeren Bandbreite keine Konkurrenz. „Es geht um eine Grundversorgung, die gut ist für Wikipedia. Aber die reicht nicht zum Zocken.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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keeper

03.04.2012, 11:57 Uhr

"WLAN für ganze Städte nie kostendeckend"

wozu auch?
das Netz öffentlicher Radwege ist auch nicht kostendeckend - und bringt für den Bürger gerade deßhalb einen Mehrwert.

Wobei der kostenlose, überall mögliche Zugang zu Information wohl auch volkswirtschaftlich einen Mehrwert bringt.

Account gelöscht!

03.04.2012, 14:44 Uhr

Die Abmahn-Winkeladvokaten und Inkasso-Parasiten reiben sich bereits ihre schnmutzigen Hände! Das wird wohl eine verträumte Piraten-Utopie bleiben! Da sieht man mal wieder, wie sympathisch realitätsfremd die Piraten sind und warum sie langfristig Schiffbruch erleiden werden. Eigentlich schade, dass unserem Volk manchmal das im Wege steht, was es eigentlich schützen sollte ...

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