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28.01.2005

17:36 Uhr

IT + Telekommunikation

Friseurladen im Internet zu ersteigern

Beim Verkauf seines Unternehmens geht ein Wiesbadener Friseur neue Wege: Er versteigert seinen kompletten Laden im Internet - und sorgt bei den Mitarbeitern für Aufregung. 7 000 Euro lautet derzeit das Gebot auf der Auktionsplattform ebay.

dpa WIESBADEN. Beim Verkauf seines Unternehmens geht ein Wiesbadener Friseur neue Wege: Er versteigert seinen kompletten Laden im Internet - und sorgt bei den Mitarbeitern für Aufregung. 7 000 Euro lautet derzeit das Gebot auf der Auktionsplattform ebay.

Dafür gibt es den 140 Quadratmeter großen Friseursalon mit allen Geräten vom Schneideplätzen bis zum Föhn, Mietvertrag, Kundenparkplätzen - und fünf Angestellten.

Die „fixe Idee“ mit der Versteigerung sei ihm beim Mittagessen gekommen, erzählt der 31-Jährige Inhaber Peter Christ am Freitag. Er hat noch einen anderen Job und deswegen keine Zeit mehr für den Laden. „Die Idee kam auf und ich dachte, warum nicht.“ Schon seit einigen Monaten sei er auf der Suche nach einem Friseurmeister, der das Geschäft übernehmen will - Zeitungsinserate waren aber bisher vergebens. Bei der Auktion, die noch bis zum 4. Februar läuft, gab es nach seinen Worten schon mehrere ernsthafte Gebote aus ganz Deutschland. 35 000 bis 40 000 Euro hofft er am Ende zu erzielen.

Die Mitarbeiter, neben fünf Angestellten auch zwei Freiberufler, reagierten zunächst empört. Sie wurden nicht vom Inhaber, sondern von einem Reporter von Hit Radio FFH, der die Auktion bei ebay gesehen hatte, mit der Nachricht über die Versteigerung überrascht. „Bei der Frage, wie ich es finde versteigert zu werden, gingen mir nur noch Begriffe wie Menschenrechte und Grundgesetz durch den Kopf“, erzählt Geschäftsführerin Dagmar Groh über den ersten Schock. „Ich dachte, wie kann ebay so was überhaupt annehmen.“

Mittlerweile seien die Mitarbeiter aber recht gelassen. Da sie von den grundsätzlichen Verkaufabsichten Christs bereits wussten, haben sich alle bereits nach Alternativen umgeschaut. „Irritiert waren eher die Kunden“, erzählt Groh. „Als sie von der Auktion hörten, wollten viele in Panik einen letzten Termin machen.“

Inhaber Christ ist aber optimistisch, einen qualifizierten Nachfolger zu finden. Nur Friseurmeister mit wirklichem Interesse böten am Ende mit. Auch für die Mitarbeiter sieht er wenig Probleme: Ihre Stammkunden seien das Kapital des Ladens. Entlassungen seien deshalb unsinnig.

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