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18.08.2011

15:10 Uhr

Gamescom 2011

Spieleentwickler verzweifelt gesucht

Die Games-Industrie in Deutschland sucht händeringend Nachwuchs. Rund 1.000 Arbeitsplätze in der Branche sind zurzeit unbesetzt - auch, weil es an einheitlichen Standards bei der Ausbildung fehlt.

Über Mangel an Kunden muss sich die Games-Industrie nicht beklagen. Bei den Fachkräften sieht es für die Branche ganz anders aus. Quelle: dpa

Über Mangel an Kunden muss sich die Games-Industrie nicht beklagen. Bei den Fachkräften sieht es für die Branche ganz anders aus.

KölnLevel Designer, Graphic Artists oder Modeller – so schillernd wie die Games-Industrie muten auch die Berufsbezeichnungen in den Stellenangeboten an. Rund 1.000 Arbeitsplätze in der Branche sind zurzeit unbesetzt, schätzt der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). Auf der Computerspielemesse Gamescom in Köln werben Unternehmen und Ausbildungsinstitute bei einer Jobbörse um den begehrten Nachwuchs.

„Es gibt einen deutlichen Fachkräftemangel“, sagt BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters. „Viele Unternehmen haben momentan jährlich zweistellige Zuwachszahlen bei den Beschäftigten und suchen dringend qualifizierte Mitarbeiter.“

„Wir haben 30 bis 40 offene Stellen“, sagt etwa Julia Koschel vom Online-Spiele-Anbieter Gameforge. Entwickler, Systemadministratoren, Grafiker – es gebe viele Bewerbungen, aber nicht genug qualifizierte. „Ich glaube, die Leute haben häufig falsche Vorstellungen vom Job, weil in der Spieleindustrie nicht so klassisch ausgebildet wird.“

Der Markt an guten Kräften sei ziemlich leer gefegt, meint auch Frogster-Personalchef Heiko Schinköthe. „Das Angebot ist weitaus größer als die Nachfrage. Vor allem Positionen, die spezifisch mit Games zu tun haben, sind schwer zu besetzen.“

Trotz zunehmender Ausbildungsmöglichkeiten kann die Zahl der Absolventen mit dem Wachstum der Branche noch nicht Schritt halten. Nach BIU-Angaben gibt es bundesweit inzwischen 275 Entwickler und Publisher von Computer- und Videospielen – etwa doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Insgesamt seien 750 Unternehmen mit 10.000 Beschäftigten in der Games-Branche tätig.

„Vor allem bei Programmierern konkurriert die Spieleindustrie natürlich mit der etablierten IT-Branche“, sagt BIU-Chef Wolters. Einige große Entwicklungsstudios rekrutierten ihre Mitarbeiter bereits im Ausland.

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