Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.08.2012

14:17 Uhr

Gamescom

Schrilles Outfit für Computer

1200 Arbeitsstunden für „Ruhm und Ehre“: Ali Abbas verwandelt graue Computergehäuse in ausgefallene Designer-PCs. Bei der Casemod Meisterschaft auf der Gamescom will er nun seinen Titel verteidigen.

Computer-Designer Ali Abbas bei der Arbeit an "Renegade, the public enemy". Abbas verwandelt graue Computergehäuse in ausgefallene Designer-PCs. dpa

Computer-Designer Ali Abbas bei der Arbeit an "Renegade, the public enemy". Abbas verwandelt graue Computergehäuse in ausgefallene Designer-PCs.

SchwabachDer Staatsfeind Nummer eins ist 1,30 Meter breit, knapp einen Meter hoch und etwa 90 Zentimeter tief. Er ist bewaffnet, kann sich bewegen, aber er passt nicht durch eine gewöhnliche Tür. Sein Name ist „Renegade, the public enemy“ - tatsächlich ist er ein umgebauter Computer in Tarnfarben. Ali Abbas aus dem mittelfränkischen Schwabach hat „Renegade“ erfunden, gebaut und gestaltet. Von Mittwoch an will der 44-Jährige auf der Computerspielemesse Gamescom in Köln seinen Meistertitel im Casemodding, sprich Computergehäuse-Umbau, verteidigen.

Mehr als 1200 Arbeitsstunden hat Abbas seit Anfang des Jahres in „Renegade“ gesteckt. Knapp 500 Einzelteile hat er verarbeitet und rund 400 Euro in Materialien investiert. „Ich muss eine Liste machen, damit ich nicht vergesse, was ich alles vorführen muss“, sagt er mit Blick auf die Präsentation auf der Gamescom.

Da ist zum Beispiel der Monitor, den man erst sieht, wenn man ihn ausklappt; eine Funk-Maus, die man auch als Mikrofon benutzen kann oder eine elektrische Schiebetür, die einen Blick in das Innere des Computers ermöglicht.

„Renegade“,der „Abtrünnige“, ist aufwendig dekoriert. Ein grimmiger Totenkopf blickt aus einem Loch im Gehäuse heraus und hat eine Zigarre im Mund, die zu qualmen anfängt, wenn man auf den richtigen Knopf drückt. Und damit nicht genug: Oben auf dem riesigen Computer mit Holzfassade ist eine bewegliche Kanone angebracht. Schießen kann diese jedoch nicht. In den drei Rohren sind Web-Cam, Laser-Pointer und Lampe installiert.

Die Deutsche Casemod Meisterschaft (DCMM) gibt es seit zehn Jahren. Entstanden ist sie aus der LAN-Party-Szene. Bei diesen Events treffen sich Menschen zum Computerspielen - mal privat im Keller, mal zu öffentlichen Meisterschaften in großen Hallen.

„Man wollte nicht immer mit den gleichen grauen Cases kommen und wie jeder sein“, erzählt DCMM-Projektleiter Jan Kratel. Deshalb brachten die ersten Zocker Plexiglas-Scheiben oder zusätzliche Lampen an ihren PCs an. Als ihnen das nicht mehr reichte, ließen sie sich ausgefallenere Veränderungen einfallen. Heute bauen sie sogar teilweise Bierkästen oder Pflanzenkübel zu Computern um, wie Kratel berichtet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×