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08.03.2004

16:00 Uhr

Gefahr bei Würmern und Viren

Menschen „übertragen“ Computerviren

Immer mehr Würmer gefährden die Firmennetze. Allein im Monat Februar entdeckten Antiviren-Spezialisten über 900 neue digitale Schädlinge. Die meisten wurden dabei per E-Mail verbreitet und von unachtsamen Anwendern aktiviert.

Immer mehr Viren verseuchen Rechner

Immer mehr Viren verseuchen Rechner

hiz DÜSSELDORF. In den vergangenen Tagen fielen Computerviren wie ein Mückenschwarm über das Internet her. Die Spezialisten von Trendmicro zählten allein im Februar 925 neue Programme mit gefährlichem Code. Kaspersky meldete zudem, dass noch nie zuvor so viele e-Mail-Würmer zur gleichen Zeit aktiv waren. Zu den häufigsten Schädlingen gehörten dabei Trojaner, die sich im Rechner einnisten, Backdoors, die unerwünschten externen Zugriff auf den Computer ermöglichen, und Würmer, die sich selbstständig fortpflanzen. Diese letzte Spezies ist inzwischen besonders erfolgreich. Rund 70 Prozent der „Malicious Codes“ in den Virus Top Ten, so nennen die Spezialisten schädliche Programmteile, zeigten Merkmale eines Computerwurms.

Der erstmals Ende Januar aufgetretene Mydoom.A ist ein Paradebeispiel für die Vorgehensweise und Technologie eines Wurms, der sich über das Internet ausbreitet. Er verursachte im Internet sowie in Unternehmensnetzen einen stark erhöhten Datenverkehr. Der Wurm verbreitete sich sogar schneller als Sobig.F, der im Sommer 2003 traurige Berühmtheit erlangte. Die außergewöhnlich hohe Verbreitungsgeschwindigkeit zeigt eine der schlimmsten Schwachstellen in Netzwerken: den Menschen. Die meisten Anwender erhielten Mydoom.A als Dateianhang per Email. Er startete sich nicht selbst sondern erst der Doppelklick erweckte den Wurm zum Leben. Durch so genanntes „Social Engineering“ wurden die Anwender zur Aktivierung des Virus verführt. Der Wurm tarnt sich als Systemmeldung oder freundliche Nachricht.

Social Engineering ist die am häufigsten eingesetzte Methode, um Anwender zum Ausführen eines infizierten Dateianhangs zu bewegen. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass Anwender immer noch nicht ausreichend für Sicherheitsbedrohungen aus dem Internet sensibilisiert sind. Als Konsequenz müssten Unternehmen eigentlich dazu übergehen, im eignen Interesse die Mitarbeiter besser aufzuklären, um die Netze Virenfrei zu halten. Gleichzeitig ist die Implementierung wirkungsvoller Sicherheitsregelwerke erforderlich, zu denen grundlegende Maßnahmen wie die Blockade von schädlichen Dateianhängen gehören.

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