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02.02.2004

07:45 Uhr

Gelungene Attacke

„Mydoom" überrennt SCO-Server

Der Computervirus „Mydoom" hat es geschafft: Er legte am Sonntag wie befürchtet die Website des US-Softwareunternehmens SCO lahm. Der Angriff mit Millionen sinnloser E-Mails setzte den Server der Firma schachmatt.

Zahllose E-Mails sind mit dem Computervirus Mydoom infiziert, der E-Mail-Wurm bricht derzeit alle Rekorde, Foto: dpa

Zahllose E-Mails sind mit dem Computervirus Mydoom infiziert, der E-Mail-Wurm bricht derzeit alle Rekorde, Foto: dpa

ruk/HB MÜNCHEN/WASHINGTON. Die durch die Wurmattacke verursachten direkten Schäden waren bisher eher begrenzt, schreibt das Wall Street Journal in seiner Montagausgabe. Das Erschreckende an diesem jüngsten Fall einer massiven Attacke sei vielmehr, dass es offensichtlich interessierten Angreifern gelinge, gezielt den Web-Auftritt eines Unternehmens stillzulegen. Dazu seien im vorliegenden Fall zwischen 25 000 und 50 000 Serverrechner für einen geballten Angriff benutzt worden. Wegen der damit verbundenen enormen Gefahr für die Wirtschaft ist in den USA das FBI in den Fall eingeschaltet worden.

Während der Wurm-Angriff auf SCO am Wochenende offensichtlich erschreckend erfolgreich war, konnte die kürzlich entdeckte B-Variante des Schädlings, die zusätzlich einen Denial-of-Service-Angriff gegen die Webseiten von Microsoft durchführen soll, kaum Schaden anrichten, berichtet der deutsche Internetdienst Heise-online. Sie verbreite sich kaum und tauche daher in so gut wie keiner Verbreitungsstatistik auf. Die Webseiten von Microsoft sind nach wie vor erreichbar. Theoretisch sollte sich die B-Variante eigentlich noch stärker verbreiten, da sie neben dem üblichen Mail-Versand eine zusätzliche Verbreitungsmöglichkeit nutzt.

Die Attacke auf die Rechner der im US-Bundesstaat Utah beheimateten Firma begann folge am Sonntagmorgen (Ortszeit). Der Virus hat bisher nach Einschätzung von Experten Hunderttausende Computer in der ganzen Welt befallen. Mydoom (übersetzt etwa: mein Schicksal) und die Variante Mydoom.B gelten als zweitschlimmste Wurm-Art der Computer-Geschichte.

Das größte Softwareunternehmen der Welt, Microsoft, soll zwar auch Ziel des Computerwurms - diesmal von der Variante Mydoom.B - sein, war aber am Sonntag offensichtlich noch nicht betroffen.

Microsoft setzte am Freitag für Informationen zur Ergreifung des Urhebers der neuen Mydoom-Variante ein „Kopfgeld“ in Höhe von 250 000 Dollar (200 000 €) aus. „Dieser Wurm ist eine kriminelle Attacke“, sagte Brad Smith von Microsoft.

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