Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.11.2015

12:19 Uhr

George Boole

Der Vordenker der Computer-Logik

Mit 14 übersetzte er einen antiken Dichter, mit 19 eröffnete er seine eigene Schule. In die Geschichtsbücher schaffte es George Boole aber mit jener Leistung, die zur Grundlage für Computer und Smartphones wurde.

Mit seiner Arbeit schuf Boole die theoretische Basis der Informationstechnologie. dpa

George Boole

Mit seiner Arbeit schuf Boole die theoretische Basis der Informationstechnologie.

Cork/HamburgWer heute etwas im Internet sucht, findet dank George Boole das gewünschte Ergebnis: Der britische Selfmade-Mathematiker hat Mitte des 19. Jahrhunderts die Gesetze der Logik formuliert, nach denen Computer, Smartphones, Datenbanken und eben auch Internet-Suchmaschinen funktionieren. Die Boole'sche Algebra ist das Fundament der modernen Informationstechnologie.

Vor 200 Jahren, am 2. November 1815, wurde Boole im englischen Lincoln geboren. „Der von Boole eingeführte Begriff der Boole'schen Algebra sitzt tief im Herzen der modernen Logik und damit in der Schaltzentrale jedes modernen Computers“, betont der Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Mathematische Logik und für Grundlagenforschung der exakten Wissenschaften (DVMLG), Benedikt Löwe. Die Boole'schen Operatoren wie UND, ODER, NICHT sind heute Kernstücke von Computerprogrammen und Datenbankabfragen.

Kuriose Wissenschaft: Johannes Kepler und die Rätsel des Obststapels

Kuriose Wissenschaft

Johannes Kepler und die Rätsel des Obststapels

Nun weiß die Welt das auch: Obsthändler machen alles richtig, wenn sie ihre Ware zu hübschen Pyramiden aufstapeln. Ein Mathematiker hat das 400 Jahre alte Problem dahinter gelöst – und das kurioserweise gleich zweimal.

Booles Vater John war Schuhmacher mit einem Faible für Naturwissenschaft und Mathematik, seine Mutter Mary Ann eine Kammerzofe. George war das erste Kind des Paars, das nach neun Jahren kinderloser Ehe die Hoffnung auf Nachwuchs schon beinahe aufgegeben hatte. Sein Vater unterrichtete George, der noch zwei Brüder und eine Schwester bekommen sollte, schon früh in Mathematik und impfte ihm eine Vorliebe für die Konstruktion optischer Instrumente ein.

In der Schule interessierte sich George besonders für Sprachen und brachte sich selbst Altgriechisch, Französisch und Deutsch bei. Mit 14 übersetzte er ein Werk des antiken griechischen Dichters Meleagros so brillant, dass Kritiker bezweifelten, irgendein 14-Jähriger könne zu einer derart tiefgründigen Übersetzung imstande sein, wie John O'Connor und Edmund Robertson in der Biografie des MacTutor-Archivs zur Geschichte der Mathematik schreiben. Das Archiv wird von der schottischen Universität St. Andrews betrieben.

Zwei Jahre später, mit 16 Jahren, wurde Boole Hilfslehrer, um seine Familie finanziell zu unterstützen, nachdem der Schusterladen seines Vaters in die Pleite gerutscht war. Mit 19 eröffnete George seine eigene Schule. Nebenbei studierte er die Werke großer Mathematiker.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×