Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2005

14:50 Uhr

IT + Telekommunikation

Gesundheitskarte erst nach 2006 flächendeckend

Die elektronische Gesundheitskarte wird erst nach dem Jahr 2006 flächendeckend eingeführt. Es wäre unrealistisch, bis Ende kommenden Jahres eine hundertprozentige Versorgung zu erwarten, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler.

Gesundheitskarte

Wenn sogar er schon eine hat...

dpa BERLIN. Die elektronische Gesundheitskarte wird erst nach dem Jahr 2006 flächendeckend eingeführt. Es wäre unrealistisch, bis Ende kommenden Jahres eine hundertprozentige Versorgung zu erwarten, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) betonte, das Projekt liege „zeitlich und inhaltlich im Plan“. Die Vorstandschefin des Verbands der Angestellten-Krankenkassen (Vdak), Doris Pfeiffer, ergänzte, dass bis zu 100 000 Patienten in verschiedenen Testregionen bis Ende 2005 mit der neuen Karte ausgestattet werden sollen. Die jetzige Chipkarte der Krankenkassen soll in den kommenden Jahren von der elektronischen Gesundheitskarte abgelöst werden.

Diese ermöglicht den Zugriff auf verschiedene Patientendaten und soll unter anderem die Diagnose der Ärzte erleichtern und die Verabreichung unverträglicher Medikamente ausschließen. Die Krankenversicherer sowie Ärzte-, Krankenhaus- und Apothekerverbände unterzeichneten am Dienstag den Vertrag für eine Betriebsgesellschaft, die für Einführung und Weiterentwicklung der Gesundheitskarte verantwortlich ist.

Laut Pfeiffer erwarten die Vertragspartner Kosten von 1,4 Mrd. Euro. Man gehe davon aus, dass die Kosten innerhalb weniger Jahre durch den Nutzen kompensiert werden.

Der Verband der niedergelassenen Ärzte warnte allerdings, wegen der bislang bekannt gewordenen Sicherheitsrisiken drohe die Gesundheitskarte ein Misserfolg zu werden. Die Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände (Abda) ergänzte, vordringlichstes Ziel müsse es sein, einen Missbrauch der Patientendaten zu verhindern.

Im ersten Jahr nach Einführung der Gesundheitsreform haben nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung gesetzlich krankenversicherte Patienten insgesamt rund 1,1 Mrd. Euro Praxisgebühr bezahlt. Wie das Blatt (Dienstag) schrieb, ergibt sich diese Zahl aus ersten Schätzungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Der Verband geht dem Bericht zufolge davon aus, dass die Patientenzahlen im Jahr 2004 aufgrund der Einführung der Praxisgebühr im Jahresvergleich leicht gesunken sind.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×