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18.02.2016

11:15 Uhr

Glasscheibe speichert 360 TByte

Glas als Speichermedium der Zukunft

VonWerner Pluta
Quelle:Golem.de

Handlich, große Kapazität und praktisch unbegrenzt haltbar – Forscher aus England haben möglicherweise das Speichermedium der Zukunft entwickelt: Eine kleine Scheibe aus Glas, die etwa so groß ist wie eine 2-Euro-Münze.

Geschenk für die Unesco: Kürzlich übergaben die Forscher eine Kopie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf einer Glasdisc. (Foto: University of Southampton)

Menschenrechte auf Glas

Geschenk für die Unesco: Kürzlich übergaben die Forscher eine Kopie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf einer Glasdisc. (Foto: University of Southampton)

BerlinEine kleine Scheibe aus Glas könnte der Datenspeicher der Zukunft sein. Die Scheibe wird mit einem Laser beschrieben und hat eine enorme Speicherkapazität: 360 Terabyte. Entwickelt wurde der Speicher an der Universität von Southampton in Südengland.

Im Glas gibt es Nanopunkte im Abstand von 5 Mikrometern, angelegt in mehreren Schichten. Beim Beschießen mit dem Laser, der Lichtpulse im Femtosekunden-Bereich aussendet, bilden sich aus den Punkten Strukturen, die die Art und Weise, wie das Licht durch die Glasscheibe dringt, verändern. Das Lesegerät ist eine Mischung aus optischem Mikroskop und einem Polarisationsfilter. Es erkennt die Änderungen der Polarisation.

Die Nanostrukturen sind fünfdimensional (5D): Neben der Position auf der x-,y- und z-Achse kommt als Parameter noch die Ausrichtung der Nanostruktur sowie die Größe hinzu, die einen Einfluss auf die Lichtbrechung hat.

Glas als Werkstoff ist sehr beständig. Nach Angaben der Forscher hält der Speicher Temperaturen bis 1000 Grad stand. Bei Zimmertemperatur soll er knapp 13,8 Milliarden Jahre halten – das entspricht dem dreifachen Alter unseres Sonnensystems.

Die Forscher um Peter Kazansky arbeiten schon seit mehreren Jahren an dieser Technik. 2013 speicherten sie erstmals auf diese Weise Daten in 5D: eine 300 KByte große Testdatei. Kürzlich übergaben sie der Unesco eine Kopie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf einer Glasdisc.

„Es ist aufregend, dass wir die Technik geschaffen haben, um Dokumente und Informationen zu speichern und sie so für zukünftige Generationen erhalten“, sagt Kazansky. Derzeit suchen die Forscher nach Unternehmen, um die Technik zu vermarkten.

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