Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2013

10:29 Uhr

Google Chromebooks

Neue Computer mit dem Anti-Windows

Google will mit seinem Betriebssystem Chrome OS die Laptops erobern – bislang mit wenig Erfolg. Jetzt sollen zwei Chromebooks von Samsung und Acer die Nutzer in Deutschland vom ungewöhnlichen Konzept überzeugen.

Ein Computer als Portal zu den Google-Diensten: Das C7 von Acer nutzt das Betriebssystem Chrome OS. Acer

Ein Computer als Portal zu den Google-Diensten: Das C7 von Acer nutzt das Betriebssystem Chrome OS.

Mountain ViewGoogle geht mit seinem Internet-basierten Betriebssystem Chrome in die Offensive: Der Internet-Konzern hat neue Modelle der Chromebook-Laptops für sechs Länder angekündigt. In Deutschland kommen Einsteigergeräte von Samsung und Acer auf den Markt. Das vor kurzem vorgestellte Spitzenmodell Chromebook Pixel ist allerdings weiterhin nicht erhältlich.

Bei dem neuartigen Betriebssystem werden die Programme und Daten aus dem Internet abgerufen. Das Gerät ist somit das Portal zu den Online-Diensten von Google. Das macht zwar eine ständige stabile Internet-Verbindung notwendig, erlaubt aber auch mehr Sicherheit – weil die Software immer aktuell ist – sowie schlankere und günstigere Geräte. Inzwischen gibt es aber auch einen Offline-Modus.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Die beiden neuen Geräte zielen auf die Einsteigerklasse. Das C7 von Acer kostet 279 Euro. Es hat einen 11,6-Zoll-Bildschirm und wiegt 1,4 Kilogramm. Ein Celeron-Doppelkernchip treibt das Gerät an. Neben 100 Gigabyte kostenlosem Speicher in der Cloud hat es eine 320 Gigabyte große Festplatte eingebaut. Drei Anschlüsse mit dem neuesten Standard USB 3.0 sollen für eine flotten Datenübertragung sorgen, Bilder und Videos können per HDMI auf den Fernseher oder andere Geräte übertragen werden. Der Akku soll mehr als vier Stunden halten.

Samsung verkauft sein Chromebook für 299 Euro. Es soll vor allem mit seiner kompakten Bauweise punkten: Das Gerät ist ebenfalls 11,6 Zoll groß, wiegt aber nur 1,1 Kilogramm und ist mit 1,8 Zentimetern Bauhöhe sehr dünn. Dafür müssen Nutzer beim Speicher Abstriche machen, an Bord ist nur ein 16 Gigabyte großes SSD-Laufwerk. Der Akku soll für sechs Stunden reichen.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ClaudiaBerlin

19.03.2013, 10:56 Uhr

Wer sich gänzlich von Google abhängig (und den eigenen Computer zum dummen Terminal) machen will: viel Spaß dabei!

Stefferty

19.03.2013, 10:59 Uhr

Die werden sich solange nicht richtig umsetzen können wie die Internetgemeinschaft sich nicht sicher sein kann dass es die meisten PC SPiele unterstützen kann oder Videos oder flash-spiele gut abspielen kann. Hat es keine dieser eigenschaften wird sich dieses Zeug nur schwer weiter verbreiten können.

Wolfsfreund

19.03.2013, 12:35 Uhr

"Bei dem neuartigen Betriebssystem werden die Programme und Daten aus dem Internet abgerufen. Das Gerät ist somit das Portal zu den Online-Diensten von Google. Das macht zwar eine ständige stabile Internet-Verbindung notwendig, erlaubt aber auch mehr Sicherheit –"
---------------------------
Als ich das las, wußte ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Egal, was man macht, der große Bruder liest immer hübsch mit. Wer Google vertraut, hat allerdings nichts besseres verdient.
Bei mir ist alles, was mit Google zu tun hat, als "unzuverlässig" getagged und richtig massiv eingeschränkt: Keine Cookies, keine Scripts, keine Werbung, kein Referer etc.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×