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02.02.2011

10:28 Uhr

Google-Manipulation

Das Geschäft mit dem Link-Kauf

VonStephan Dörner

Längst gilt es als offenes Geheimnis, dass Unternehmen auf breiter Front schmutziger Tricks bedienen, um ihre Platzierung bei Google zu verbessern. Erstmals nennt ein deutscher Blogger Ross und Reiter - und thematisiert damit eine Praxis, die zwar üblich aber hoch umstritten ist.

Im Visier von Google: Suchmaschinen-Manipulationen. DAPD

Im Visier von Google: Suchmaschinen-Manipulationen.

DÜSSELDORF. Was als "Bloggergate" die Blogosphäre erschüttert, ist nur die Spitze des Eisbergs: Ein Unternehmen hat im Auftrag von Kunden Verlinkungen auf Blogs gekauft, damit bei den Suchergebnissen von Google weiter oben auftauchen.

Im Branchenjargon wird das Black-Hat-SEO genannt. SEO steht für Search Engine Optimization - die Optimierung auf Suchmaschinen. Die Suchmaschinenoptimierung ist ein legitimes Anliegen, die in vielen Fällen auch dem Leser der Website hilft. Black-Hat-SEO ist allerdings eine Variante, die sich dabei Methoden bedient, die Google in seinen Richtlinien für Webmaster untersagt - wie dem Kauf von Links, ohne dies kenntlich zu machen. Dann wird aus einem White-Hat-SEO ein Black-Hat-SEO - eine Unterscheidung, die der Hackerkultur entliehen wurde, wo Black-Hat-Hacker jene genannt werden, die ihr Wissen mit krimineller Energie verbinden.

Besonders stark im Visier der Black-Hat-SEOs sind private Blogs. Denn gerade die kleinen Webangebote spezialisieren sich häufig auf wenige Themen und werden von anderen Blogs mit ähnlichen Inhalten verlinkt. Das macht themenrelevante Links auf den Blogs für das Suchmaschinenranking wertvoll - und damit für Suchmaschinenoptimierer interessant. Sie sind bares Geld wert. Wie viel, das zeigt die Enthüllung des Bloggers Sascha Pallenberg.

Bis zu 75 Euro pro Link

Pallenberg hat beispielhaft einen Vertrag mit Kunden und Bloggern auf seinem Blog veröffentlicht, deren Echtheit die Onlinekosten GmbH gegenüber zahlreichen Medien bestätigte. Das Unternehmen fungierte als Vermittler zwischen Bloggern und Kunden, die Links auf ihre Webangbote platzieren wollten, um deren Platzierung bei Google zu verbessern.

"Bis zu 75 Euro wurde bezahlt - pro Link wohlgemerkt", so der Pallenberg im Gespräch mit Handelsblatt Online. "Da jeden Monat vier bis sechs Links ausgemacht wurden, kam da einiges zusammen". In anderen Fällen wurde nur 25 Euro pro Link bezahlt. "Das zeigt schon, wie hoch die Marge von Onlinekosten.de war", so der Blogger.

Eine zentrale Rolle spielte dabei das ehemals bekannteste deutsche Blog Basic Thinking, das im Januar 2009 für 47 000 Euro von Onlinekosten.de ersteigert wurde. Die bekannte Blog-Marke nutzte das Unternehmen, eine Tochter der Intergenia AG, um an die Blogger heranzutreten: Die E-Mails waren mit "Kooperation mit Basic Thinking" überschrieben. "Da fühlt sich natürlich jeder Blogger geehrt - Basic Thinking diente als Türöffner für die Blogosphäre", so Pallenberg. Teil der Verträge war auch eine Verschwiegensheitsklausel für die Blogger, in der bei einem Verstoß gegen die Verschwiegenheit eine Vertragsstrafe von 5001 Euro vereinbart wurde.

Kommentare (9)

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Google ist ein Monopol

02.02.2011, 11:58 Uhr

Es ist schade, dass man auch in Google inzwischen sehr lange suchen muss, um an wirklich vernünftige information zu kommen. Nicht selten bestehen die ersten Suchergebniss schlicht aus Müll.

Aber Google und Yahoo machen ja auch fleißig mit. Diese Seiten sind inzwischen zu zugemüllt mit Werbung.

ich gehe nach wie vor für gute Recherchen gerne in www.fastbot.de

Loewenherz

02.02.2011, 15:36 Uhr

Linkkauf soll blackHat-SEO sein? Sorry, es ist sicher keine weiße Technik, da Google dies nicht mag. Aber bei all den Dingen, die blackHats so treiben, ist Linkkauf eine reine Peanut-Angelegenheit, die eher im Graubereich einzustufen ist.

Matthias Meier

02.02.2011, 20:07 Uhr

ich danke Herrn Pallenberg für die Offenlegung dieser Technik. Denn Google will ja unabhängig nach Relevanten Themen Ergebnissen bewertet werden.

Jetzt wo Google diese Liste hat kann die Ergbnissliste bereinigt werden und auch kleine Unternehmen haben wieder eine Chance vorne dabei zu sein. So etwas sollte viel häufiger passieren damit nicht wieder die jenigen die meiste Aufmerksamkeit im Organischenteil von Google bekommen die in wirklichkeit doch wieder nur das meiste Geld ausgeben. Nutzt AdWords und nicht black Hat Methoden um bezahlt für euch zu werben!

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