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04.04.2014

09:20 Uhr

Google-Zukauf

Nest stoppt Verkauf von vernetztem Rauchmelder

Mit innovativen Funktionen will Google-Zukauf Nest andere Rauchmelder-Hersteller in den Schatten stellen. Nun muss die Firma den Verkauf eines Produktes stoppen. Eine Funktion könnte den Alarm ungewollt deaktivieren.

Intelligenter Rauchmelder der Firma Nest: Gründer Tony Fadell steckt auch hinter dem iPod. ap

Intelligenter Rauchmelder der Firma Nest: Gründer Tony Fadell steckt auch hinter dem iPod.

Palo AltoDer milliardenschwere Google-Zukauf Nest hat es mit Innovationen offenbar übertrieben: Die Firma stoppte den Verkauf ihres vernetzten Rauchmelders Nest Protect ausgerechnet wegen einer der Funktionen, die ihn von herkömmlichen Geräten unterscheiden sollten.

Man konnte bisher den Alarm der Nest-Rauchmelder ausschalten, indem man unmittelbar vor dem Gerät winkte. Das sollte das Leben zum Beispiel in Situationen erleichtern, wenn nur etwas auf dem Herd angebrannt ist. Allerdings habe Nest bei Tests festgestellt, dass man den Alarm auch ungewollt mit solchen Bewegungen deaktivieren könne, schrieb Gründer Tony Fadell in einem Blogeintrag am späten Donnerstag. „Das könnte den Alarm bei einem echten Brand verzögern.“

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

Bei allen Nest-Rauchmeldern, die ans Internet angeschlossen sind, wird die Funktion nun per Software-Update automatisch deaktiviert. Der Verkauf neuer Geräte wurde zunächst gestoppt, während die Firma über eine neue Lösung nachdenkt.

Nest hatte die Rauchmelder neben den USA auch in Großbritannien verkauft und eine schnelle Expansion in Europa angekündigt. Google zahlte für die Firma des früheren Apple-Managers Fadell im Januar 3,2 Milliarden Dollar. Nest wurde vor allem mit seinen vernetzten Thermostaten für Heizungen bekannt, die diese Woche nach den USA auch in Großbritannien auf den Markt kamen.

Von

dpa

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