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08.01.2013

07:19 Uhr

Größer, schärfer, teurer

Fernsehen mit dem Wow-Effekt

VonChristof Kerkmann

In vielen Wohnzimmern steht schon ein Flachbild-TV – warum also einen neuen kaufen? Auf der Elektronikmesse CES wollen die Hersteller mit Ultra-HD die Kauflust anstacheln. Eine Technik mit Wow-Effekt - auch beim Preis.

Präsentation des LG 84 LM9600 auf der CES in Las Vegas. Viele TV-Hersteller haben heute bereits 70- oder 80-Zoll-Riesen im Angebot. dpa

Präsentation des LG 84 LM9600 auf der CES in Las Vegas. Viele TV-Hersteller haben heute bereits 70- oder 80-Zoll-Riesen im Angebot.

Las VegasEs gibt diese Produkte, an die Menschen ganz nah heranrücken, weil sie so fasziniert sind. Die kriselnden Fernsehhersteller haben endlich wieder so eine Hingucker-Technologie entwickelt: Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas zeigen rund ein Dutzend Aussteller riesige Bildschirme mit extrem detaillierter Darstellung – Ultra-HD oder auch 4K lautet das Schlagwort.

Die Auflösung der Geräte ist vier Mal so hoch wie bei HD-Geräten, wie sie viele Zuschauer inzwischen in ihren Wohnzimmern stehen haben. Der Effekt ist beeindruckend: Mit jedem Schritt, den man näher tritt, offenbaren sich mehr Details. Und so rücken die Messebesucher immer weiter vor, bis sie mit der Nase nahe an der Mattscheibe stehen.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

Second Screen

Viele Fernsehzuschauer surfen nebenbei im Internet – entweder mit dem Smartphone oder dem Tablet-Computer. Dieses vergleichsweise junge Phänomen erlaubt TV-Herstellern, Filmemachern und Sendern, den zweiten, kleinen Bildschirm einzubinden. Etwa mit Informationen über die Sendung und Schauspieler oder Werbung. Zudem können die mobilen Geräte die klassische Fernbedienung ersetzen.

„4K haucht der Unterhaltungselektronik-Branche neues Leben ein“, sagt Sony-Chef Kazuo Hirai. Das ist auch nötig. Denn für einige Firmen – neben dem japanischen Traditionskonzern vor allem Sharp und Panasonic – sieht es nicht so glänzend aus, wie die Pressekonferenzen in der Glitzerstadt Las Vegas glauben machen. Ob die Technologie mit Wow-Effekt schon in nächsten Jahren diese Hoffnungen erfüllt, ist allerdings ungewiss.

Der TV-Absatz ist 2012 deutlich um 4 Prozent geschrumpft und wird nach Einschätzung des amerikanischen Marktforschers NPD auch 2013 nicht höher ausfallen; die Preise sind mächtig unter Druck. Vorbei das Boom-Jahrzehnt, als die Zuschauer ihren dicken Röhrenfernseher gegen schicke Flachbildschirme austauschten. Die wirtschaftliche Flaute in vielen Regionen der Welt tut ihr übriges.

„Um wettbewerbsfähig zu bleiben, packen die Hersteller mehr Technologie in die Fernseher, um sich im Geschäft von der Konkurrenz abzuheben“, sagt der TV-Experte Paul O'Donovan. Doch weder 3D noch Smart-TV konnten den Abwärtstrend aufhalten. „Sie generieren mit den neuen Funktionen keinen zusätzlichen Umsatz. Wachstum gibt es nur am oberen Ende des Marktes“, betont O'Donovan, der für das Marktforschungsunternehmen Gartner die Branche beobachtet.

Kommentare (10)

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08.01.2013, 08:29 Uhr

Wie kann man denn so behämmert sein und gerade HEUTE auf gerade DIESEM MArkt jetzt TVs für 20.000 anbieten? diese Preise können und wird man nicht halten können und man wird diese Geräte wenn sie sich halten, spätestens in 2 Jahren für 2-4000 kaufen können, also weshalb nicht gleich so verkaufen und richtige Zahlen generieren. Man bekommt jetzt schon bereits Top Geräte mit super Qualität fast fürn Appel und nen Ei hinterhergeschmissen.

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08.01.2013, 08:59 Uhr

HD ist 1920x1080 Pixel, was bei uns im Kabel und teils auch über Satellit als HD ausgestrahlt wird ist aber nur 1280x720 (altes Fernsehen "SD" ist zum Vergleich 720x576).
Bevor das HD-Programm nicht flächendeckend in echtem FullHD ausgestrahlt wird, sondern in 720p, brauchen wir über 2k oder 4k-Auflösungen gar nicht zu diskutieren.

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08.01.2013, 09:34 Uhr

Cool, ich brauche unbedingt einen 4k TV in 100 Zoll, damit ich mir ab sofort bei den Geissens und Frauentausch die Nase am Bildschirm plattdrücken kann!!!

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