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27.06.2011

03:25 Uhr

Hacker-Gruppe LulzSec

Am Ende der Kreuzfahrt

Sie agierten im Verborgenen, knackten Passwörter und kopierten sensible Dokumente: Die Hackergruppe "LulzSec" verkündigte gerade ihr Ende. Ein Mitglied erklärt warum es an der Zeit ist, eine Atempause einzulegen.

Ende einer Kreuzfahrt: Mit einer putzigen ASCII-Grafik verabschiedet sich LulzSec von seinen zahlreichen Fans und seinen zahlreichen Opfern. Quelle: Reuters

Ende einer Kreuzfahrt: Mit einer putzigen ASCII-Grafik verabschiedet sich LulzSec von seinen zahlreichen Fans und seinen zahlreichen Opfern.

New YorkNach einer Reihe aufsehenerregender Angriffe auf die Computernetze von Großkonzernen hat die Hacker-Gruppe LulzSec überraschend ihre Auflösung bekanntgegeben. Zum Schluss vermeldete die Vereinigung noch mal einen großen Coup: Sie gelangte an interne Dokumente des Internetkonzerns AOL und der Telefongesellschaft AT&T.

Damit will sich die Gruppe nun begnügen: „Unsere geplante 50-tägige Kreuzfahrt ist zu Ende, und wir müssen nun in die Ferne segeln“, teilte The Lulz Security am Wochenende über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Zuletzt machten die Hacker mit Angriffen auf den japanischen Unterhaltungselektronikkonzern Sony, den US-Geheimdienst CIA, den Fernsehsender Fox TV sowie die britische Polizeieinheit zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität von sich reden.

LulzSec begründete das Ende der Taten damit, dass ihre Mission erfüllt sei. Sie hätten aus purem Vergnügen Unternehmen und Regierungseinrichtungen stören wollen. Zuvor hatten die Hacker auch einmal erklärt, sie wollten mit ihren Aktionen darauf hinweisen, dass persönliche Informationen nicht sicher in den Händen von Internetfirmen seien.

Die angekündigte Auflösung der Hackergruppe Lulz Security ist nach Angaben eines ihrer sechs Mitglieder nicht dem Druck durch das ermittelnde FBI oder feindlicher Hacker geschuldet.
„Wir hören nicht auf, weil wir Angst vor dem Gesetz haben“, erklärte das Mitglied der Nachrichtenagentur AP über den Online-Telefondienst
Skype. „Die Presse wird unserer überdrüssig, und wir werden unserer selbst überdrüssig.“
Dabei fügte er hinzu, dass drei oder vier Lulz-Security-Mitglieder „eine Atempause“ einlegen würden. Der Informant kündigte sogar an, seine Aktivitäten als Hacker möglicherweise ganz einstellen zu wollen.

Es wird davon ausgegangen, dass LulzSec weltweit Mitglieder hat. Die Internetseite der Gruppe ist auf den Bahamas registriert. Offenbar wollte die Gruppe mit ihren Angriffen nie Geld verdienen. Meist waren die Internetseiten nach einer Hackeraktion kurzfristig gestört und einige Daten wurden veröffentlicht. Mit dieser Taktik kam sie zu einigen Fans. Allein auf Twitter folgen mehr als 270.000 Menschen LulzSec. Der Name der Gruppe ist eine Zusammensetzung aus Lulz - umgangssprachlich für Lacher - und Sec - einer Abkürzung für Sicherheit.

Als Zeichen für Fortschritte der Polizei bei ihren Ermittlungen wurde zuletzt gewertet, dass die Briten am Dienstag die Festnahme eines 19-jährigen Mannes bekanntgaben. Er wird verdächtigt, mit den Angriffen in Verbindung zu stehen.

In diesem Monat hatte bereits die spanische Polizei drei Männer unter dem Verdacht festgenommen, die bekannte Hacker-Gruppe Anonymous unterstützt zu haben. LulzSec hatte sich jüngst mit Anonymous zusammengetan und angekündigt, die Angriffe auszuweiten und geheimhaltungsbedürftige Informationen von Regierungen und Banken zu veröffentlichen.

Beim letzten Datendiebstahl bei AOL und AT&T wurden nach Reuters-Informationen unter anderem Daten von Routern und dazugehörigen Passwörtern veröffentlicht. AOL war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar, während AT&T sich nicht äußern wollte.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.06.2011, 16:04 Uhr

Was mich persoenlich doch sehr enttaescht hat war jener Hunger nach Publizitaet.

Im Vergleich zum CCC hat Lulzec nur eogomaniac die Oeffentlichkeit gesucht, ohne etwas nachhaltig fuer die Gesellschaft zu tun.

Noch schlimmer: Sie haben die Vorlage geschaffen, um Obamas kill switch und noch mehr Vorratsdatenspeicherung zu legitimieren.

War Lulzeq nur eine black op der CIA ?

Man koennte es fast glauben.

One is not impressed, at all !

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