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25.12.2016

16:30 Uhr

Hacker-Kongress 33c3

Wo Hacker abheben

Cyber-Angriffe auf Telekom-Router, Datenklau bei Firmen und die Sorge vor der digitalen Manipulation der Bundestagswahl: Auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs gibt es eine Menge an aktuellen Themen zu diskutieren.

Der 33. Kongress des Chaos Computer Clubs (33c3) in Hamburg ist seit Wochen ausverkauft. dpa

Kongress des Chaos Computer Clubs

Der 33. Kongress des Chaos Computer Clubs (33c3) in Hamburg ist seit Wochen ausverkauft.

Wenn die Hackerszene Ende Dezember zu ihrem jährlichen Kongress zusammenkommt, mangelt es nicht an hochaktuellen Themen. Der 33. Kongress des Chaos Computer Clubs (33c3) in Hamburg ist seit Wochen ausverkauft. Mehr als 12.000 Teilnehmer haben sich zu der viertägigen Veranstaltung (27. bis 30. Dezember) angekündigt, die aus Platzgründen zum letzten Mal im Hamburger Kongresszentrum CCH stattfindet.

„Der große Zulauf zeigt, dass viele Menschen von Technik begeistert sind und dies mit einem Bedürfnis nach positiven menschlichen Utopien verbinden“, sagt Linus Neumann vom Chaos Computer Club (CCC). „Sie sind mit vielen Entwicklungen in Politik und Geheimdiensten nicht glücklich und finden mit dem Kongress den passenden Ort, um sich darüber auszutauschen.“

Die Szene ist spezialisiert darauf, Dingen auf den Grund zu gehen, sie nicht nur zu nutzen, sondern auch auseinanderzunehmen, um sie in ihrem Innersten zu verstehen. So hat etwa Felix Domke die Software-Steuerung eines Dieselmotors unter die Lupe genommen. Nach Bekanntwerden des Abgasskandals bei Volkswagen dekompilierte er in seinem eigenen Auto die Software der Motorsteuerungseinheit, das heißt, er machte die Zeilen des Programm-Codes sichtbar und damit die Manipulationen bei Abgasmessungen. Domke, der inzwischen das Kraftfahrtbundesamt berät, will auf dem Kongress zeigen, was er bei weiteren Software-Analysen entdeckt hat.

Solche Hacker-Techniken werden längst auch von staatlichen Geheimdiensten eingesetzt. Das erfuhr in diesem Jahr etwa der Menschenrechtsaktivist Ahmed Mansoor in den Vereinigten Arabischen Emiraten, dessen iPhone mit der Schadsoftware „Pegasus“ infiziert wurde. Das Gerät schickte daraufhin sensible Daten wie E-Mails und Aufenthaltsorte an den unbekannten Angreifer. Das kanadische Forschungsinstitut Citizenlab und die IT-Sicherheitsfirma Lookout analysierten daraufhin, wie „Pegasus“ die inzwischen geschlossene Sicherheitslücke im iPhone-Betriebssystem iOS ausgenutzt hat.

Einer der beteiligten Experten stellt in Hamburg „Pegasus“-Interna vor. „Das ist staatliches Hacking gegen Dissidenten“, sagt CCC-Sprecher Neumann. An dieser Schnittstelle von Technik und gesellschaftlicher Relevanz werde deutlich, was den Chaos Communication Congress auszeichne.

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