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13.06.2013

10:16 Uhr

Hashtags

Facebook eifert Twitter nach

Was bewegt die Nutzer? Facebook will die Suche nach Trends mit Hashtags erleichtern – jenen Schlagwörtern, die Twitter beliebt gemacht hat. Das eigentliche Ziel sind nicht die Mitglieder, sondern die Werbekunden.

Schnelle Übersicht: Hashtags sollen es erleichtern, bei Facebook Themen zu verfolgen.

Schnelle Übersicht: Hashtags sollen es erleichtern, bei Facebook Themen zu verfolgen.

Palo AltoFacebook will es seinen Nutzern einfacher machen, Beiträge in dem Sozialen Netzwerk zu finden und Diskussionen zu verfolgen – und so auch für Werbekunden attraktiver werden. Nach dem Vorbild des Internet-Dienstes Twitter können Nutzer ab sofort ihre Texte oder Bilder mit einem sogenannten Hashtag versehen. Dabei wird einem Begriff eine Raute (#) vorangestellt, er wird so zum Schlagwort. Klicken Nutzer darauf oder suchen nach dem Hashtag, werden weitere Nachrichten zum gleichen Thema angezeigt.

Damit schließt Facebook eine Lücke im Angebot. Das Netzwerk hat zwar mehr als eine Milliarde Mitglieder weltweit, bei aktuellen Ereignissen aber haben deutlich kleinere Dienste wie Twitter die Nase vorn. Das hat auch damit zu tun, dass dort Beiträge zu einem Thema dank der Stichwörter mit dem Raute-Zeichen viel leichter gefunden werden können.

„Bis heute gab es keinen einfachen Weg, sich ein breites Bild davon zu machen, was gerade passiert oder worüber Leute reden“, begründete der zuständige Facebook-Manager Greg Lindley die Einführung von Hashtags. Der Nutzer bestimmt dabei jedoch weiterhin, wer die eigenen Veröffentlichungen sehen darf: nur der Freundeskreis oder die Allgemeinheit.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Die Suche nach verschlagworteten Begriffen erfolgt über die Suchleiste. Geben Nutzer dort beispielsweise #Handelsblatt ein, erscheinen entsprechende Posts. Klickt man in einer Statusmeldung auf ein Hashtag, legt sich ein neues Fenster über die Seite. Welche Begriffe die Nutzer gerade besonders bewegen, will Facebook in einigen Wochen mittels „trending topics“ zeigen, wie das bei Twitter schon geschieht.

Beim übernommenen Bilderdienst Instagram gab es diese Form der Verschlagwortung bereits. Lindley kündigte an, in den kommenden Wochen und Monaten weitere Funktionen einzuführen, um die Suche nach Themen zu vereinfachen. Damit will das Soziale Netzwerk attraktiver werden für den Austausch über aktuelle Geschehnisse, wo Twitter bereits stark ist, beispielsweise bei großen Sportereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft oder dem Football-Finale Super Bowl. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten für Werbung – Hashtags sind bei der Werbewirtschaft für Markenkampagnen beliebt.

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