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01.07.2012

10:41 Uhr

Hoffnung und Enttäuschung

Wie Microsoft das Tablet erfand

Lange vor Apple stellte Microsoft einen Tablet-PC vor - doch blieb damit erfolgslos. Der Konzern stellte immer wieder tragbare Computer mit Touchscreen vor. Aber erst Apple verhalf der Idee zum Durchbruch.

Der damalige Microsoft-Chef Bill Gates mit dem Microsoft-Entwurf eines Tablet-PCs im September 2000. Die Windows-Modelle hatten keinen Erfolg - vor allem, weil die Software auf Maus und Tastatur ausgerichtet war. Reuters

Der damalige Microsoft-Chef Bill Gates mit dem Microsoft-Entwurf eines Tablet-PCs im September 2000. Die Windows-Modelle hatten keinen Erfolg - vor allem, weil die Software auf Maus und Tastatur ausgerichtet war.

New YorkJahrzehntelang stellte der Tablet-Computer eine Art Fata Morgana der IT-Industrie dar: eine großartige Idee, die zum Greifen nah am Horizont schillerte und dann hoffnungsvolle Unternehmen doch immer wieder enttäuschte. Microsoft hat diesen Kreislauf aus Hoffnung und Enttäuschung mehrfach durchlaufen, denn der kürzlich vorgestellte "Surface" ist nicht der erste Versuch des Konzerns, einem Tablet zum Durchbruch zu verhelfen.

Seit es den PC gibt, haben Microsoft-Ingenieure immer wieder versucht, den Einsatz von Computern neu zu erfinden. Die ersten PCs hatten Tastaturen, wie sie von Schreibmaschinen schon bekannt waren. Rasch stellte sich jedoch die Frage, ob die Eingabe mit einem Stift nicht bequemer wäre. So entwickelten mehrere Unternehmen Ende der 80er-Jahre stiftbasierte Eingaben. Microsoft sprang auf den Trend auf und stellte 1991 "Windows for Pen Computing" vor, ein Add-On für Windows 3.1, das Eingaben mit einem Touchpen ermöglichte.

Mehrere Geräte setzten die Software ein und lassen den Vorläufer der heutigen Tablets erkennen: tragbare, rechteckige Platten mit einem Bildschirm. Allerdings reagierten sie noch nicht auf Berührungen, denn schließlich stand die Idee eines Notizblocks mit Stift Pate. Pen-Computing verschwand in den 90er-Jahren. Zwar zogen die Windows-Tablets Aufmerksamkeit auf sich, die Masse der Nutzer blieb jedoch der Tastatur verbunden.

Hardware-Hersteller mit ins Boot geholt

Im Jahr 2002 bezeichnete Microsoft-Gründer Bill Gates die Erinnerungen an diese frühen Tablet-Versuche als "fast schmerzhaft", doch er gab nicht auf. Der Konzern präsentierte Windows for XP Tablet PC Edition und dieses Mal zogen auch Hardware-Hersteller wie Hewlett-Packard, Samsung, Toshiba und Acer mit. Sie stellten Tablet-PCs her, die äußerlich den heutigen Tablets ähnelten. Im Inneren allerdings waren sie weiterhin PCs. Im Vergleich zum iPad waren sie mit 1.500 Dollar teuer, schwer und verfügten nur über eine schwache Akku-Leistung. Die Käufer gaben also eine Menge Geld aus, nur um Eingaben mit dem Stift tätigen zu können.

Kommentare (3)

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-.-

01.07.2012, 12:10 Uhr

Viele wissen nicht, dass Apple auch schon vor dem iPad ein Tablet entwickelt hatte. 1993 hat Apple das Tablet "NEWTON" released!
Dies war nur eins von anderen Produkten, die früher floppten, da der Markt noch nicht reif dafür war! Andere Beispiele sind: Macintosh Portable (1989), Macintosh TV (1993), Motorola ROKR (2005) -das war ein Vorläufer des iPhones in Zusammenarbeit mit Motorola, Apple Pippin (1995) -dies war eine Spielkonsole und Apple EWorld (1994) -dies war praktisch ein Vorläufer von Facebook!!

user

02.07.2012, 09:24 Uhr

Newton war ein PDA.

kritiker

04.07.2012, 20:29 Uhr

Eine tolle Zusammenfassung habe ich vor Kurzem gefunden über das neue Surface. Ist sehr interresant: http://kritikerblog.wordpress.com/2012/07/02/googles-nexus-7/

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