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17.01.2007

12:42 Uhr

Hybride Datenspeicher

Flash trifft Festplatte

VonRudi Kulzer

Bei den mobilen Datenspeichern gibt es ein neues Modewort: Hybrid-Laufwerke. Darunter versteht man eine Kombination von Flash-Speichern - wie sie etwa in Speicherkarten für Digitalkameras eingesetzt werden - und den aus Computern bekannten Festplatten. Es gibt eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber der herkömmlichen Technik.

Das Innenleben einer Festplatte: Ähnlich einem Schallplattenspieler dreht sich eine Scheibe unter einem Schreib-/Lesekopf. Foto: Hitachi

Das Innenleben einer Festplatte: Ähnlich einem Schallplattenspieler dreht sich eine Scheibe unter einem Schreib-/Lesekopf. Foto: Hitachi

MÜNCHEN. Will man verstehen, warum die Kombination der beiden Speicherverfahren Sinn macht, muss man deren Besonderheiten kennen: Flash-Speicher eignen sich sehr gut zur kurzzeitigen Speicherung von Daten, sind für große Datenmengen, die zwangsläufig im Laufe der Zeit anfallen, aber einfach noch zu teuer. Hier liegt die Stärke der seit Jahrzehnten bewährten Festplatten. Kaum irgendwo gibt es mehr Gigabyte für weniger Geld. Deshalb werden bei den Hybrid-Laufwerken Datein, die kurzzeitig oder kurzfristig verfügbar sein müssen, im Flash-Bereich abgelegt. Für die Sicherung auf Dauer wird die Festplatte benutzt.

Fachleuten nennen drei wesentliche Vorzüge der hybriden Speichertechnik: Erstens müssen durch das Arbeiten mit den Dateien im Flash-Zwischenspeicher die Magnetscheiben der Festplatte nicht ständig rotieren. Das erhöht nicht nur die Lebensdauer der Platte, sondern spart auch Strom. Zweitens steigt die Geschwindigkeit. Flash arbeitet mit wesentlich kürzeren Zugriffszeiten als ein Magnetspeicher. So können die Daten schneller gelesen oder geschrieben werden. Drittes ist die ganze Konstruktion weniger anfällig für Stöße. Da die Festplatte mit ihrer im Innern rotierenden Scheibe nur selten läuft, kann auch weniger kaputt gehen, wenn etwa das Notebook mal fallengelassen wird. Denn im zumeist arbeitenden Flash-Speicher gibt es keine beweglichen Teile.

Wichtiger Förderer des Einsatzes von Hybrid-Laufwerken ist Microsoft mit seinem neuen Betriebssystem Vista, das derzeit als einziges System die Vorteile der gemischten Technik unterstützt. Vista kommt im Frühjahr auf den Markt. Dann sollten auch die ersten Hybrid-Laufwerke zu haben sein, wohl passend zur Computermesse Cebit im März.

Während der Consumer Electronics Show (CES) vergangene Woche in Las Vegas gab es zu diesem Thema erste Hinweise. Dort gaben die Hersteller Hitachi Data Systems (HDS), Samsung, Seagate Technology und Toshiba die Gründung einer "Hybrid Storage Alliance" bekannt. Ziel der Zusammenarbeit sei es, einerseits zu zeigen, wie die neue Mischtechnik das Leistungsvermögen heutiger Notebooks erweitern kann, und andererseits die Marktakzeptanz dieser Technologie zu beschleunigen. Das Marktforschungsunternehmen IDC geht davon aus, dass 35 Prozent aller bis ins Jahr 2010 ausgelieferten Festplatten bei tragbaren PCs Hybridfestplatten sein werden.

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