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03.09.2012

11:28 Uhr

IFA 2012

Euronics zieht positive Zwischenbilanz

Der Fachhandelsverband Euronics sieht von der IFA deutliche Impulse für den Fachhandel in Deutschland. Zeitgleich warnt er aber vor einem ruinösen Preiskampf in der Unterhaltungselektronik.

Von der IFA dürften deutliche Impulse für den Fachhandel ausgehen. dpa

Von der IFA dürften deutliche Impulse für den Fachhandel ausgehen.

BerlinZur Halbzeit der IFA in Berlin zieht der Handelsfachverband Euronics eine positive Zwischenbilanz. Die Messe gebe dem Fachhandel in Deutschland wieder deutliche Impulse, sagte Benedict Kober, Vorstandssprecher Euronics, der Nachrichtenagentur dpa. „Die IFA findet zu einem idealen Zeitpunkt für das Weihnachtsgeschäft statt“, sagte Kober. „Und die konjunkturellen Rahmendaten lassen in Deutschland immer noch zu, dass Konsum machbar ist.“ Die Eurokrise wirke sich bislang nicht negativ auf den Konsumenten aus.

Die Hersteller zeigten in Berlin zahlreiche wichtige Innovationen wie etwa OLED-Fernseher und mobile, internetfähige Geräte. Neben das Brot- und Butter-Geschäft mit Flachbildfernsehern, und Haushaltsgeräten, der sogenannten Weißen Ware, träten nun auch verstärkt neue Tablet-PCs, Ultrabooks und Smartphones dazu. Unter dem Begriff „Smart“ wüchsen alle Geräte zu einer Produktfamilie zusammen. Während sich das Kerngeschäft auf hohem Niveau stabil halte, brächten Smartphones und Tablets den Markt nach vorn.

Die wichtigsten Begriffe der IFA kurz erklärt:

Smart TV

Es geht um einen Fernseher mit Internet-Anschluss. Die Idee ist, dass der Zuschauer auf seinem Smart TV nahtlos zwischen TV-Sendungen und Online-Angeboten umschalten kann. Im vergangenen Jahr war auf der IFA eher von dem Format HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV) oder Hybrid-TV die Rede, wenn es um das Verschmelzen von traditionellem Fernsehempfang und Online-Video ging. Die knappere Bezeichnung Smart TV hat sich aber durchgesetzt.

OLED

Es ist eine Display-Technik mit organischen Elementen, die große Vorteile gegenüber den heute dominierenden LCD-Bildschirmen bietet. Das Bild ist kontrastreicher, zudem sind OLED-Displays nur wenige Millimeter dünn. Das hat allerdings auch seinen Preis: Obwohl die Hersteller die Kosten in den vergangenen Jahren deutlich senken konnten, sind die ersten großen OLED-Fernseher in diesem Jahr vielfach teurer als LCD-Geräte.

CI+

Diese Technik wird immer häufiger für den Empfang digitaler Programme benötigt. Es ist eine Weiterentwicklung der weitverbreiteten „Common-Interface“-Schnittstelle - aber mit erheblichen Einschränkungen für die Zuschauer. So können die Anbieter verhindern, dass Sendungen aufgezeichnet werden oder den Zeitraum beschränken, in denen man sich die Aufnahmen ansehen kann.

HDMI

Die alten SCART-Kabel haben in Zeiten der Fernsehbilder in hoher Auflösung ausgedient. Wer seinen Blu-Ray-Player oder HD-Empfänger mit ordentlicher Qualität an den Flachbild-Fernseher anschließen will, kommt ohne HDMI (High-Definition Multimedia Interface) nicht aus. Dazu gehört auch der Kopierschutz HDCP.

Streaming

Internet-Inhalte wie Musik oder Filme werden beim Streaming (Strömen) nicht komplett auf eine Festplatte heruntergeladen, sondern direkt aus dem Netz abgespielt. Der Vorteil: Keine Ladezeiten. Der Nachteil: Man braucht eine schnelle und stabile Internet-Verbindung.

Eine Vielzahl von Möglichkeiten, etwa das Tablet als zweiten Bildschirm neben dem Fernseher zu nutzen oder mit dem Smartphone das Fernsehprogramm oder die Musikanlage zu steuern, müssten den Verbrauchern nun erklärt werden, sagte Kober. „Das ist die Königsdisziplin des Fachhandels.“

Viele Hersteller beschritten allerdings „Wege, die ruinös sind“, schätzt Kober und spielte damit auf den anhaltenden Preiskampf in der Unterhaltungselektronik an. „Es geht nicht, wenn wir nur auf billig setzen, aber gleichzeitig auch Innovationen haben wollen.“ Forschung und Entwicklung koste Geld. Der Verdrängungswettbewerb vor allem durch Discounter und große Elektronikketten würden letztlich dem Kunden schaden. „Wenn ich morgen nur noch zwei oder drei Marken habe, wird es weniger Wettbewerb geben, und der Konsument hat das Nachsehen.“


Von

dpa

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