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05.09.2012

11:16 Uhr

IFA

Elektronikbranche will digitalen Wust bändigen

Ein neues Gerät kommt selten allein. Da gibt es allein im Wohnzimmer die Fernbedienung für den Fernseher, den Receiver und die Hifi-Anlage. Doch dieser Geräte-Wust könnte bald gebändigt werden.

Die Waschmaschine per Smartphone bedienen? Das könnte bald Realität werden. dpa

Die Waschmaschine per Smartphone bedienen? Das könnte bald Realität werden.

BerlinEin Gerät kommt zum anderen. Zur Freude der Hersteller von Verbraucherelektronik häufen sich in deutschen Haushalten immer mehr digitale Geräte an. Auf der Internationalen Funkausstellung preist die Branche vor allem die zunehmende Vernetzbarkeit der Apparate. Der Fernseher lässt sich mit dem Smartphone bedienen, die Waschmaschine mit dem Tablet-PC programmieren.

Was sich bequem anhört, birgt jedoch für viele Nutzer Probleme. Langsam stellen die Anbieter fest, dass sich ihre Kunden mehr und mehr in der Vielzahl der Funktionen und Programme verlieren. Vor allem droht die kaufkräftige ältere Kundschaft in der wachsenden Flut von Bits und Bytes abgehängt zu werden. Schon mancher verlangt nach einem Fernseher, der nicht viel mehr kann als ein scharfes Bild und klaren Ton - und unter der "2" auf der Fernbedienung soll das ZDF laufen.

Unter dem Slogan "Reif für die IFA - Führungen für Menschen im besten Alter" bietet die Messe Berlin täglich Rundgänge zur Orientierung im Wust der digitalen Produkte an. Viele Aussteller richten ihr Augenmerk daher nicht mehr nur auf schärfere und farbintensivere Bildschirme, sondern eben auch auf bequeme, leicht verständliche Bediensysteme. Zu diesen gehören auch ausgefeilte Apps, die die Übersicht über das breite Fernsehangebot erleichtern und zudem vielleicht noch mitteilen können, wie morgen das Wetter wird.

In einem nächsten Schritt soll die Frage "Wo muss ich drücken?" gar nicht erst aufkommen. Geht es nach den Visionären, sollen die Benutzer nach Möglichkeit künftig ihre Finger gänzlich vom Gerät lassen. "Es ist ihre Stimme, die es macht", wirbt etwa der Auto-Hersteller Ford für die neueste Generation seines Spracheingabesystems. Die Software soll auf Befehl größte Teile des Infotainmentsystems des Fahrzeugs steuern - so wie Siri von Apple Telefonate startet oder SMS schreibt.

Ähnliches planen die meisten Fernseh-Hersteller - bei einigen ist es sogar schon Realität. Zum jüngsten Angebot gehören auch Gestensteuerungen, wie sie bereits von Spiele-Konsolen bekannt sind. So zeigt Fernseher-Marktführer Samsung, wie sich die Zuschauer per Fingerzeig von der Couch ohne Fernbedienung durch das Menü ihres Apparats fuchteln sollen. Mit Sprachbefehlen und Handbewegungen lässt sich zwischen den Kanälen schalten und walten sowie die Lautstärke regeln. Über die integrierte Kamera erfasst der Fernseher die Handbewegungen und erkennt darüber auch den jeweiligen Nutzer.

Dieser kann dann auch über Online-Videotheken gleich sein eigenes Programm zusammenstellen und ist nicht mehr so abhängig von den etablierten Kanälen mit ihren festen Sendezeiten. Den Weg dorthin zeigen in den USA bereits Anbieter wie Netflix oder Vulu. Zu den Kunden gehören auch die älteren Semester, die meist mehr Zeit vor den viereckigen Geräten verbringen.

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Von

rtr

Kommentare (3)

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easyway

05.09.2012, 23:18 Uhr

Um die Waschmaschine zu bändigen, finde ich den Schalter Ein/Aus ganz praktisch. Man kann die Maschiene damit ein- und ausschalten und braucht eine Fernbedienung nie zu suchen.
Und für die Stereoanlage könnte man wieder Knöpfe anbringen. Man braucht keine Fernbedienung zu suchen, Batterien können nicht versagen und suchen braucht man die Fernbedinung auch nie.
Und wie wäre es, wenn an den Fernseher auch wieder ein paar Schalter angebracht würden?

Dafür kriege ich sicher den Nobelpreis, weil meine Ideen das Leben vereinfachen, Fernbedienungen nicht mehr kaputt gehen können, Batterien nie wieder auslaufen oder leer sind, und die Sucherei nach der Fernbedinung damit ein- für allemal beendet ist.

UmlandtGerhard

06.09.2012, 03:35 Uhr

Ich kann "easyway" nur 100 Prozent voll zustimmen
und sehe das genauso!

Eher WENIGER Vernetzung als mehr ist angesagt!

Die Dummideologie fing damals mit Stereokompakt-
anlagen an. Aber Puristen kauften sich immer
Einzelkomponenten, nicht nur weil die qualitativ
besser sind, sondern wenn ein Teil ausfällt, z.B.
der Plattenspieler, dann kann man immer noch
Radio oder CD hören oder mit dem Synthie über
die PA powern.

Aber so schlau sind die heute in der Elektronik-
Industrie nicht mehr.

UmlandtGerhard

06.09.2012, 03:38 Uhr

Eine Fernsteuerung für das Volk für die Merkel
wär allerdings nicht schlecht, damit die
endlich mal tut, was das Volk will.

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