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27.01.2010

11:00 Uhr

Imagepflege

Startup geht gegen Peinliches im Netz vor

VonClaudia Tödtmann

Das Netz vergisst nichts. Wer Partyfotos im Netz tilgen möchte, braucht deshalb professionelle Hilfe. Susanne Krian hilft dabei, auch arg ramponierte Internetprofile ins beste Licht zu rücken. Dabei gehen die Anwälte von Myimagecontrol nicht zimperlich vor.

Susanne Krian erspart mit ihrem Unternehmen unvorsichtigen Netznutzern manche Peinlichkeit. Pressebild

Susanne Krian erspart mit ihrem Unternehmen unvorsichtigen Netznutzern manche Peinlichkeit.

DÜSSELDORF. Es gibt Leute, die tun alles dafür, um bloß nicht im Internet zu erscheinen. Sie tauchen so tief ab, dass man sie nicht einmal zur 30-Jahre-Abiturfeier ausfindig machen kann. An konsequenten Internet-Vermeidern kann Myimagecontrol nichts verdienen. Das Start-up aus Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, Online-Inhalte zu sichten und Anstößiges im Interesse ihrer Auftraggeber zu entfernen. Das Unternehmen wahrt den guten Ruf, denn von selbst kehrt das Netz nichts unter den Teppich.

Myimagecontrol wendet sich an Eltern internetbegeisterter Kinder, Jobbewerber, Manager und Freiberufler. Sie alle können ein Problem haben: Über sie stehen vielleicht Dinge online, die nicht stimmen, beleidigend sind, peinlich oder sonstwie unrühmlich.

Gerade Eltern müssen auf der Hut sein: Da pflegen Jugendliche Kontakte im virtuellen Netz, die sie vielleicht in der realen Welt gefährden. Mancher Eintrag in einem Patientenforum kann auch für einen Arzt geschäftsschädigend sein. Manch einer stellt sich im Internet aber auch grandios selbst bloß: "Wir hatten schon Manager, die sich mit vollem Namen beim Swingerportal angemeldet haben", erzählt die 37-jährige Gründerin Susanne Krian.

Die Imagekontrolleure versprechen Hilfe: Sie durchforsten für Abo-Preise ab 9,95 Euro aufwärts im Monat das Netz. Eltern bekommen monatliche Berichte darüber, was die Kiddies im Netz treiben. Krians Firma bietet auch automatisierte Mahnschreiben an Portalbetreiber. Stellenbewerber wollen eher Profile erstellt bekommen und in sozialen Netzwerken getilgt wissen, was sie früher im jugendlichen Leichtsinn an peinlichen Partyfotos hochgeladen haben. "Viele haben den Überblick verloren, wo sie überall stehen", sagt Krian, die sich "ein Kind der New Economy" nennt.

Sie arbeitete bei mehreren Internetanbietern, bevor sie zuletzt bei einer Unternehmensberatung anheuerte. Dort nahm Krian nun ein Sabbatical, um ihr Start-up mit ihrem Mann Pascal hochzuziehen. Er war einst Geschäftsführer bei Starbucks und gründete zuletzt die Beratungsfirma Valence Management. Das Startkapital für Myimagecontrol brachten die Krians zu 74,9 Prozent selbst auf, 25,1 Prozent kommen vom Venture-Capital-Geber Medialab, das zum Verlag Madsack gehört.

Die Kundenzahl liege "im hohen dreistelligen Bereich", sagt Krian. Bei Myimagecontrol kümmern sich drei Angestellte und mehrere freie Mitarbeiter um die Kunden. Auch Anwälte sind im Team. Sie gehen mitunter hart vor - etwa, wenn sich ein Portal weigert, zweifelhafte Informationen über die Kunden von Myimagecontrol aus dem Netz zu nehmen.

Kommentare (1)

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phanthomas

27.01.2010, 13:20 Uhr

Die idee und das Vorgehen des Unternehmens Myimagecontrol grenzt an Zensur, denn wo wollen sie eine Grenze ziehen zwischen den informationen.

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