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11.01.2005

13:10 Uhr

IT + Telekommunikation

Infineon: Verkauf des Glasfaser-Geschäfts geplatzt

Der Verkauf des defizitären Glasfaser-Geschäfts von Infineon an die US-Firma Finisar ist überraschend geplatzt. Der Vertrag werde gekündigt, teilte die Infineon Technologies AG am Dienstag mit.

dpa MÜNCHEN. Der Verkauf des defizitären Glasfaser-Geschäfts von Infineon an die US-Firma Finisar ist überraschend geplatzt. Der Vertrag werde gekündigt, teilte die Infineon Technologies AG am Dienstag mit.

Für das Scheitern des Verkaufs machte Infineon das US- Unternehmen verantwortlich und will Schadenersatz verlagen. Infineon will sich jetzt auf die Sanierung der chronisch defizitären Sparte konzentrieren. Dabei ist auch der Abbau von Arbeitsplätzen zu erwarten.

Mitte Oktober hatte Infineon bereits einen niedrigeren möglichen Verkaufserlös verkünden müssen. Nach letztem Stand hätte Infineon für das Glasfasergeschäft 110 Mill. Finisar-Aktien im Wert von derzeit gut 200 Mill. Dollar erhalten sollen. Ursprünglich hatten die beiden Unternehmen einen Preis von 135 Mill. Aktien vereinbart. Auf Grund der geschäftlichen Entwicklung der Sparte wurde dieser aber nachträglich gesenkt. Nun scheiterte das Geschäft ganz.

Der Abschluss des Verkaufs hätte sich laut Infineon bis März 2005 verzögern können. Zudem habe es Signale gegeben, dass der Verwaltungsrat von Finisar seine positive Empfehlung für die Transaktion zurückziehen wollte. Infineon will nun den Vertragsbedingungen folgend in einem Schiedsverfahren in München den erlittenen Schaden einfordern.

Zur Höhe des entstandenen Schadens für Infineon wollte sich ein Konzernsprecher nicht äußern. Auch lasse sich der zu erwartende Aufwand für die Sanierung der Sparte noch nicht beziffern. „Es wird zu signifikanten Einschnitten kommen.“ Dabei seien auch die 1 200 Arbeitsplätze - davon 350 in Deutschland - ein Thema. „Das Scheitern des Verkaufs ist bedauerlich, wir sind in einem schwierigen Marktumfeld.“

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