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07.01.2008

10:00 Uhr

Informationsindustrie

Grüne Rechner sparen Energie

VonJoachim Hofer und Till Hoppe

Enormes Stromsparpotenzial: Kaum ein anderes Thema hat die Agenda der IT-Industrie im vergangenen Jahr so stark geprägt wie der Klimaschutz; auch 2008 wird das Thema nach Einschätzung von Top-Managern die Branche dominieren. Grüne Technologien sind auf dem Vormarsch – Hersteller arbeiten mit Hochdruck am Thema Energie-Effizienz.

Die neue Generation von Notebooks wird erheblich weniger Strom verbrauchen als ihre Vorgänger. Foto: ap

Die neue Generation von Notebooks wird erheblich weniger Strom verbrauchen als ihre Vorgänger. Foto: ap

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. „So genannte grüne Technologien rücken weiter in den Vordergrund“, sagt Dorothee Stolzenberg, Deutschland-Chefin des Computerherstellers Dell, dem Handelsblatt. Ähnlich äußerte sich Joseph Reger, Chief Technology Officer des Computerproduzenten Fujitsu Siemens: „Das Thema Energieverbrauch wird uns auch 2008 stark beschäftigen.“

Beide Experten sehen in der Technik für Rechenzentren noch enormes Stromsparpotenzial. So lasse sich etwa durch verbessertes Software-Management und neue Kühltechniken die Energie-Effizienz von Unternehmens-Servern drastisch erhöhen, sagt Stolzenberg. Einen weiteren Beitrag dazu werde das neue Betriebssystem „Windows Server 2008“ leisten.

Die Hersteller arbeiten zudem an flexibleren Betriebskonzepten, die den Stromverbrauch in Rechenzentren deutlich senken. Mit Hilfe der sogenannten Virtualisierung, bei der mehrere Systeme nebeneinander auf einem Rechner laufen, könnte die Zahl der benötigten Server deutlich reduziert werden. Reger erklärt, wie das funktioniert: „Wenn der Rechenbedarf für verschiedene Anwendungen aus einem Pool von Ressourcen je nach Bedarf gedeckt werden kann, dann ist es auch möglich, einzelne Systeme herunterzufahren, wenn sie nicht benötigt werden.“

Die neue Generation der Notebooks wird ebenfalls erheblich weniger Strom fressen als ihre Vorgänger. 2008 werden sich umweltfreundliche LED-Displays und Flashspeicher etablieren, sagt Dell-Managerin Stolzenberg: „Diese Innovationen steigern die Leistung von Notebooks und reduzieren gleichzeitig den Stromverbrauch, was unmittelbar der Umwelt zugute kommt.“

Neben den Computer-Herstellern versuchen auch die Chip-Produzenten, den Stromverbrauch zu senken. Jochen Polster, Deutschland-Chef des amerikanischen Herstellers AMD, kündigt etwa einen Chip an, der den Haupt- und Grafikprozessor integriert. Marktreif werde der Baustein allerdings erst 2009 sein. „Wir versprechen uns dadurch mehr Leistung bei geringerem Stromverbrauch, weil die Rechenaufgaben intelligenter verteilt werden“, sagt er. Der deutsche Wettbewerber Infineon geht in die gleiche Richtung: „Vor wenigen Jahren ging es zumeist um die Verkleinerung einzelner Komponenten, heute lautet die Aufgabe, viele dieser hoch-integrierten und spezialisierten Einzelteile in einem einzigen Chip unterzubringen“, sagt Konzern-Chef Wolfgang Ziebart.

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