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05.03.2006

10:00 Uhr

Internet-Chatrooms

Polizei warnt vor Pädophilen im Netz

Kinder sollten ihre ersten Chat-Versuche im Internet nicht ohne die Anleitung von Eltern oder Lehrern unternehmen.

Gefahr im Netz dpa

Kinder sollten ihre ersten Chat-Versuche nicht allein unternehmen (Symbolbild; Quelle: "DAK/Wigger/dpa/gms").

dpa HANNOVER. Die Chatrooms würden verstärkt von Pädophilen zur Suche nach Opfern genutzt, warnte Jörg Pecanic von der Ansprechstelle Kinderpornografie im niedersächsischen Landeskriminalamt (LKA) in einem dpa-Gespräch.

„Sie bewegen sich gezielt in Chats, die überwiegend von Kindern besucht werden“, sagte er. „Sie gehen sehr subtil vor und erschleichen sich das Vertrauen der Kinder.“ Schlimmstenfalls versuche der Täter, das Kind zu einem Treffen zu überreden.

Ein Pädophiler gebe sich in den Chatrooms meistens selbst als Kind aus. „Wenn er zu einem möglichen Opfer Kontakt geknüpft hat, schickt er ihm pornografische Bilder und versucht es zu animieren, von sich selbst Fotos zu machen und sie ihm zu senden“, erläuterte Pecanic. Sollte dies erfolgreich sein, taste sich der Täter weiter vor und erfrage zum Beispiel die Handy-Nummer, die Adresse oder die Schule, die das Kind besucht.

Schätzungen über die Zahl solcher Fälle gibt es nach Angaben von Pecanic nicht. Betroffene Kinder erzählten den Eltern oft aus Scham nichts von ihrer dubiosen Chat-Bekanntschaft. „Die Dunkelziffer ist sehr hoch, Statistiken gibt es nicht.“ Im Sommer richtet das niedersächsische LKA eine neue Ermittlungsgruppe zur Internet- Kriminalität ein, die auch Chatrooms verstärkt beobachten soll.

Chatrooms sind virtuelle Räume im Internet, in denen sich Interessierte zu bestimmten Themen austauschen. Dabei können zwei Teilnehmer auch in einen „Privatdialog“ treten und sich so ungestört „unterhalten“. Statt ihres richtigen Namens geben die Chatter normalerweise Decknamen - so genannte Nicknames - an.

Pecanic appellierte an Eltern und Lehrer, Kinder auf die Gefahren hinzuweisen. „Die Kinder sollten keine Fotos von sich verschicken, keine privaten Details erzählen und keine Adressen oder Telefonnummern preis geben.“

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