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12.03.2006

10:00 Uhr

Internet, Musik und TV

UMTS setzt sich nur langsam durch

VonJana Galinowski

Als der mobile Breitbandstandard UMTS vor zwei Jahren in Deutschland startete, waren die Erwartungen hoch. Viel Geld hatten die Mobilfunkanbieter in die Lizenzen und den Netzaufbau des Universal Mobile Telecommunication Standard (UMTS) gesteckt. Zwei Jahre später sind die Zahlen ernüchternd.

Erxperten erwarten, dass der UMTS-Markt erst 2007 richtig in Schwung kommt.

Erxperten erwarten, dass der UMTS-Markt erst 2007 richtig in Schwung kommt.

DÜSSELDORF. Ende vergangenen Jahres besaßen nur vier Prozent der deutschen Mobiltelefonierer ein UMTS-Handy, in diesem Jahr werden es zehn Prozent sein, so der "European Mobile Forecast: 2005 To 2010" von Forrester. Die Analysten gehen davon aus, dass erst nach 2007 Schwung in den Markt kommen und UMTS den heute vorherrschenden Übertragungsstandard GPRS langsam ablösen wird. 2010 werden dann, so die Forrester-Analyse, 59 Prozent der deutschen Mobiltelefonierer über UMTS funken.

Die Mobilfunkunternehmen schätzen laut Forrester-Studie das Kundeninteresse ebenfalls nüchtern ein: Sie glauben, dass sich drei Viertel ihrer Kunden nicht für den Mobilfunk der dritten Generation (3G) interessieren. Mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass der Markt für mobile Services noch nicht reif ist. Auch wenn sie steigendes Interesse vermelden: "Im Weihnachtsgeschäft hat ein Fünftel der Neukunden von O2 bereits UMTS-Handys gekauft", so Roland Kuntze, Sprecher von O2.

Die Gründe für die bisherige Zurückhaltung der Kunden liegt auf der Hand: Bis vor kurzem waren die entsprechenden Geräte noch unhandlich und teuer. Hinzu kommt, dass die meisten Menschen mit einem Telefon noch immer nur telefonieren wollen. Die Forrester-Analyse ergab: Heute nutzen erst 21 Prozent der Mobiltelefonierer Internet-Dienste zumindest einmal im Monat. Und auch 2010 werde nur etwa die Hälfte der Nutzer mobile Services nachfragen.

"Die Nachfrage nach datenreichen Services ist noch gering", bestätigt Roman Friedrich, Geschäftsführer und Telekommunikationsexperte von Booz Allen Hamilton. Das liege aber nicht nur am mangelnden Interesse der Nutzer, sondern vor allem am wenig überzeugenden Angebot. "Die Mobilfunkbetreiber haben noch nicht die richtigen Formate gefunden - sie waren wenig innovativ und haben noch nicht verstanden, was die Kunden wollen." Das scheint sich zu nun ändern.

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