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20.06.2011

12:02 Uhr

Internetadressen

Völlige Freiheit bei Domain-Endungen

VonJens Ihlenfeld
Quelle:Golem.de

Für die Endungen von Domain-Namen im Internet wird es bald keine Beschränkungen mehr geben. Das derzeit auf Abkürzungen wie .de, .com oder .gov begrenzte Adress-System wird Ende kommenden Jahres komplett geöffnet.

Icann-Präsident Rod Beckstrom beim Treffen des Internet-Gremiums in Singapur. Künftig kann jedes Wort eines generelle Top-Level-Domain wie .com, .edu oder .org sein. Quelle: dpa

Icann-Präsident Rod Beckstrom beim Treffen des Internet-Gremiums in Singapur. Künftig kann jedes Wort eines generelle Top-Level-Domain wie .com, .edu oder .org sein.

BerlinDie Internetregulierung Icann (Internet Corporation For Assigned Names and Numbers) hat eine grundlegende Veränderung bei den sogenannten generellen Top-Level-Domains (gTLD) beschlossen. Künftig kann jedes beliebige Wort als gTLD genutzt werden, was den Weg für Domains wie .berlin, .film oder .google freimacht.

Mit 13 Ja- und einer Nein-Stimme bei zwei Enthaltungen hat das Board der Icann bei seinem Treffen in Singapur die bisher weitreichendste Änderung am System der Top-Level-Domains beschlossen. Neben den rund 250 TLD der Länder gibt es derzeit nur 22 gTLD, darunter .com, .org und .net. Bald aber wird es zahlreiche weitere gTLDs geben, denn neue Top-Level-Domains dürfen künftig in jeder Sprache und jeder Schrift angemeldet werden. Icann-Chairman Peter Dengate Thrush spricht von einem neuen Internetzeitalter.

Die Entscheidung der Icann folgt nach mehreren Jahren der Beratung und Diskussion mit der Internetcommunity, Unternehmen und Regierungen. Das Verfahren zur Einrichtung neuer gTLDs ist im Applicant Guidebook erläutert, das sieben Revisionen durchlaufen hat, in denen mehr als 1.000 Kommentare der Öffentlichkeit eingearbeitet wurden.

Domain-Endungen

Überfällige Freiheit

Die Internetregulierung Icann gewährt völlige Freiheit bei Domain-Endungen. Ein überfälliger Schritt in einer Internet-Welt, in der das fast keine Rolle mehr spielt, kommentiert Stephan Dörner.

Die Entscheidung der Icann bedeutet aber nicht, dass sich künftig jeder seine eigene gTLD reservieren kann, der Prozess ist deutlich komplexer als die Einrichtung einer herkömmlichen Second-Level-Domain. Jeder, der eine neue TLD einrichten will, muss diese als Registry betreiben und nachweisen, dass er dazu organisatorisch und technisch in der Lage ist. Zudem werden alle neuen gTLD zuvor zur öffentlichen Prüfung, in der Einwände gegen die Einrichtung einer gTLD erhoben werden können, veröffentlicht.

Abgearbeitet werden die Anträge auf neue gTLD stapelweise. In der ersten Runde werden maximal 500 Anträge angenommen, in den folgenden die Zahl auf maximal 400 reduziert. Die Prüfung eines Antrags kostet 185.000 US-Dollar, danach fallen 6.250 US-Dollar pro Quartal zuzüglich einer Transaktionsgebühr von 0,25 US-Dollar ab 50.000 registrierten Domains an.

Die Anmeldung für die erste Vergaberunde neuer gTLDs läuft vom 12. Januar bis 12. April 2012.

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