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27.09.2013

14:04 Uhr

Internetriese

Google überarbeitet seine Suchformel

Pünktlich zum 15. Geburtstag des Unternehmens hat Google seine Suchformel aufgefrischt. Sie soll Anfragen künftig besser einordnen können. Persönliche Nutzerinformationen werden noch stärker in die Suche einfließen.

Google ist für viele das Eingangstor zum Internet. Alleine in Deutschland hat die Suchmaschine mehr als 90 Prozent Marktanteil. AFP

Google ist für viele das Eingangstor zum Internet. Alleine in Deutschland hat die Suchmaschine mehr als 90 Prozent Marktanteil.

Berlin/Mountain ViewDer Suchmaschinenriese Google hat seiner Suchformel ein umfassendes Update verpasst. Der neue Algorithmus soll helfen, komplexe Suchanfragen besser zu verarbeiten, erklärte Google am späten Donnerstagabend auf einer Veranstaltung in Kalifornien. Der neue Algorithmus könne die Verbindung zwischen einzelnen Worten in einer Suchanfrage besser analysieren. Er könne also einen Satz einordnen anstatt allein nach verwendeten Schlagworten zu suchen.

Der neue Suchalgorithmus sei bereits seit über einem Monat im Einsatz. Die Formel bestimmt, welche Webseiten bei einer Google-Suche in welcher Reihenfolge angezeigt werden. „Es geht weniger darum, wie eine Website insgesamt abschneidet – es geht darum, wie gut eine Seite zu der Anfrage passt“, beschrieb Google das Update. Den neuen Anstrich gab Google pünktlich zum 15. Geburtstag des Unternehmens bekannt. Die Vorstellung fand in der Garage statt, in der Sergey Brin und Larry Page 1998 den Grundstein für das Unternehmen legten.

Auch Vergleiche sollen einfacher werden. Dazu nutzt Google die eigene Datenbank „Knowledge Graph“. Darin sind Fakten, Bilder und Biografien gespeichert. Google zeigt seit mehr als einem Jahr Fakten aus dem „Knowledge Graph“ neben den Suchergebnissen an. Sie sind in einem extra Kasten abgesetzt. Sucht man beispielsweise nach einem bekannten Gebäude wie dem Brandenburger Tor in Berlin, stehen dort Eckdaten zum Baujahr, Baustil und Adresse. Nutzer müssen so nicht mehr auf einzelne Links klicken, sondern bekommen einen Teil der Ergebnisse direkt auf der Google-Seite angezeigt.

Diese Funktion baut Google nun aus. In einem Blogeintrag nannte das Unternehmen als Beispiel die Anfrage „Vergleiche Butter mit Olivenöl“. Als Ergebnis liefere die Suchmaschine Informationen über den Kalorien- und Cholesteringehalt der Lebensmittel.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Der genaue Suchalgorithmus ist ein streng gehütetes Geheimnis von Google. Bekannt ist, dass das Unternehmen über den sogenannten „Page Rank“ die Anzahl der Verweise von Webseiten untereinander berücksichtigt. Wer häufig verlinkt wird, landet in der Liste der Suchergebnisse also weiter oben. In den letzten Jahren führte Google immer mehr Faktoren zur Personalisierung der Suchergebnisse ein. Sie sollen damit speziell auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten werden.

Dabei werden Faktoren wie der ungefähre Aufenthaltsort des Nutzers und dessen bisherige Suchanfragen berücksichtigt. Mit Hilfe des Google-eigenen Netzwerks Google Plus sollen auch Informationen über die sozialen Kontakte und Interessen einfließen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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daten.waesche@gmail.com

01.10.2013, 05:16 Uhr

Beweise aus gewaschenen Daten
Handelsblatt fragt: „Warum werden derzeit so viele Kartelle aufgedeckt?“
Hallo klingeling, Daten werden ins Ausland geschickt gewaschen zurückgeschickt. Darum schweigen sich alle ein.
Frage ist, wer dann die Beweise manipuliert.... Hollywood hat uns jahrelang darauf vorbereitet, wer kennt nicht die Genugtuung, wenn der Held gesetzlos die Bösen zu Fall bringt. So weit ja ganz gut, aber was ist, wenn die gewaschenen Dateien Gesinnungen zum Fall bringen. Wer garantiert uns, dass nicht eine totalitärere Regierung an die Macht kommt und .... !!!!!Ermächtigungs Gesetze 3.Reich!!!

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