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25.01.2006

14:15 Uhr

Internetsuchmaschine

Google zensiert sich in China selbst

Die weltweit größte Internetsuchmaschine Google beugt sich chinesischem Druck und zensiert seinen neuen Suchdienst in China selbst. Nach dem offiziellen Start des neuen Portals in der Volksrepublik räumte das Unternehmen am Mittwoch ein, selbst aktiv politisch heikle Themen herauszufiltern.

Google beschränkt sich in China selber. Foto: dpa Quelle: dpa

Google beschränkt sich in China selber. Foto: dpa

HB PEKING. „Um in China operieren zu können, haben wir einige Inhalte von den Suchergebnissen entfernt, die  www.google.cn zur Verfügung stellt.“ Als Grund wurden chinesische „Gesetze, Vorschriften und Politik“ genannt. Mit der Selbstzensur folgt Google seinen Wettbewerbern Yahoo und MSN Search von Microsoft, die ihre Inhalte in China bereits ähnlich filtern.

Die Selbstzensur stieß auf heftige Kritik. Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ sprach von „Heuchelei“ und sah einen „Schwarzen Tag für die Meinungsfreiheit in China“. Jetzt könnten die 110 Mill. Internetnutzer in China über diese Suchmaschine nur Material finden, das von Peking gebilligt sei und nichts mit Demokratie, Menschenrechten in China oder Tibet zu tun habe. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (Gfbv) verurteilte den „Schmusekurs mit dem totalitären Regime“ in China. Google mache sich zum „Gehilfen eines Unrechtsregimes, das das Internet systematisch zur Sicherung der eigenen Schreckensherrschaft missbraucht“.

Zu den Tabuthemen in China gehören Taiwan, Tibet und das Massaker nach der Demokratiebewegung um den Tian'anmen-Platz 1989 sowie Kritik an der Kommunistischen Partei oder die Kultbewegung Falun Gong. Mit einer „großen Firewall“ (Computer-Abschottungsprogramm) sperren Chinas Zensoren den Zugriff auf viele Webseiten wie etwa der britischen Rundfunkgesellschaft BBC oder von Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International. Bislang tauchten sie noch als Suchergebnis auf, waren aber blockiert und nur für technisch versierte Nutzer über Umleitungen erreichbar. Experten wiesen darauf hin, dass Google bisher schon Inhalte in seinen Nachrichtenseiten entfernt hat.

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