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11.01.2007

07:44 Uhr

iPhone soll Handy-Markt revolutionieren

Alle Augen auf Apple

VonJens Koenen und Thorsten Riecke

Eigentlich kam alles wie erwartet, und doch schlug die Nachricht wie eine Bombe ein. Fünf Jahre nach Präsentation des legendären iPods will Apple-Chef Steve Jobs mit dem iPhone den Mobiltelefon-Markt revolutionieren. Doch trotz aller Euphorie von Märkten und Analysten: Das „Wunder-Handy“ zeigt auch Schwächen.

Apple hat mit dem iPhone alle Augen auf sich gezogen. Foto: Apple

Apple hat mit dem iPhone alle Augen auf sich gezogen. Foto: Apple

FRANKFURT/NEW YORK. Der Technologiekonzern Apple bringt mit dem iPhone ein Mobiltelefon heraus, das so ziemlich alles kann, was das Herz begehrt: Musik und Videos abspielen, Fotos machen, E-Mails empfangen - und natürlich auch noch telefonieren. Das alles verpackt in einem schicken Design und ausgestattet mit einer für den Mobilfunkmarkt völlig neuen Touchscreen-Technik.

Apple-Chef Steve Jobs sprach am Dienstag in San Francisco von einem "historischen Tag" und davon, dass sein Unternehmen das mobile Telefonieren "revolutionieren" werde. Selbst die sonst so kühlen Analysten an der Wall Street konnten sich der Euphorie nicht entziehen. William Shope von der Großbank JP Morgan zeigte sich "sehr beeindruckt" von dem neuen Multi-Media-Telefon. "Das rockt", kommentierte sein Kollege Keith Bachman von der Bank of America in New York.

Das Marketinggenie Jobs kann sich freuen. Während die versammelte Technologiegemeinde bei der Fachmesse CES in Las Vegas hockte, hat er der Konkurrenz mit dem iPhone die Show gestohlen. Doch auch jenseits des Starkults um Apple und seinen Chef - die Aufregung ist durchaus berechtigt. Geht es doch nicht nur um ein neues Mobiltelefon, sondern darum, dass Jobs Apple mit einem riskanten Vorstoß wieder einmal neu erfinden will. Vor gut fünf Jahren war es der iPod, jenes mittlerweile legendäre Musikabspielgerät, mit dem sich Apple erstmals etwas aus dem angestammten Gebiet des reinen PC-Geschäfts herauswagte. Mit dem iPhone und dem neuen Fernsehcenter Apple-TV, einem digitalen Brückenkopf zwischen Computer und TV, will Jobs das Unternehmen als einen Anbieter von Konsumelektronik etablieren. Und weil der umtriebige Apple-Chef das auch jenseits seiner eingefleischten Fangemeinde deutlich machen will, wird die Firma künftig nur noch Apple heißen, der Namensteil Computers verschwindet.

Ein ehrgeiziges Ziel. Bewegt sich der Konzern mit dem iPhone nicht nur in einem Markt, auf dem bereits ein beinahe ruinöser Preiswettbewerb herrscht. Mit einem Verkaufspreis ab 499 Dollar setzt Apple zunächst auf die High-End-Spitze dieses Marktes. In den USA werden die meisten Mobiltelefone unter 100 Dollar verkauft. Geräte mit einem Preis von mehr als 300 Dollar kommen nur auf einen Marktanteil von fünf Prozent, sagt Toni Sacconaghi, Analyst bei der Investmentboutique Sanford Bernstein. Jobs peilt deshalb bis 2008 zunächst auch "nur" einen Anteil von einem Prozent des globalen Mobilfunkmarktes an. Bei rund einer Milliarde verkauften Handys wären das jedoch immer noch stattliche zehn Millionen Geräte.

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