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13.03.2014

13:38 Uhr

IT-Industrie

Intel sucht Kaufgelegenheiten

In Europa nimmt der kalifornische Chiphersteller Intel vor allem innovative Mittelständler ins Visier. Der US-Konzern beschäftigt 20 000 Mitarbeiter in Europa und plant die Expansion in den Bereich Mobile Elektronik.

Google Glass: Intel erwartet, dass IT-Brillen ein neuer Milliardenmarkt werden. ap

Google Glass: Intel erwartet, dass IT-Brillen ein neuer Milliardenmarkt werden.

HannoverWas für ein Wachstum: Vor fünf Jahren hatte Intel in Europa lediglich 12 000 Mitarbeiter, heute sind es 20 000. Damit arbeitet fast jeder fünfte Beschäftigte des größten Chipherstellers der Welt zwischen Nordkap und Mittelmeer.

Doch damit gibt sich Intels Europachef Christian Morales nicht zufrieden. „Wir werden weiter in Europa investieren“, sagte der Manager dem Handelsblatt auf der Computermesse Cebit in Hannover. So halte der US-Konzern nach wie vor Ausschau nach neuen Akquisitionen.

Erst im vergangenen Sommer hat die Firma aus dem Silicon Valley für 389 Millionen Dollar die finnische Firma Stonesoft gekauft, einen Anbieter von IT-Sicherheitssoftware.

Die größte Übernahme in Deutschland liegt allerdings bereits gut drei Jahre zurück: Damals übernahm der Konzern für mehr als eine Milliarde Euro die Mobilfunksparte des Münchener Halbleiterherstellers Infineon. Der Bereich ist heute der Kern des Handygeschäfts von Intel.

Es hat mehrere Gründe, dass der Chipkonzern sich in Europa umschaut. „Hier gibt es viele kleine und mittlere Betriebe, die innovativ und äußerst wettbewerbsfähig sind“, meint Morales.

Intel braucht frisches Know-how, weil das Unternehmen in neue, bislang für die Firma unbekannte Bereiche vordringt. So sehen die Kalifornier einen riesigen, noch weitgehend unerschlossenen Markt in der tragbaren Elektronik, zum Beispiel modernen Computeruhren oder den IT-Brillen. Doch auch das sogenannte Internet der Dinge steht ganz oben auf der Agenda, also die Vernetzung von Autos, Hausgeräten und Maschinen.

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Intel benötigt dringend neue Impulse, weil das angestammte Geschäft mit Prozessoren für PCs und Notebooks seit längerem schrumpft. Die florierende Server-Sparte kann den Einbruch bei den klassischen Bürorechnern nicht ausgleichen. So ging der Umsatz vergangenes Jahr um ein Prozent zurück auf knapp 53 Milliarden Dollar, der Gewinn sackte um 13 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar ab. Für den erfolgsverwöhnten Konzern ist das äußerst unbefriedigend.

Besonders bitter : Im boomenden Geschäft mit Smartphones und Tablets fasst der Halbleiteranbieter nur schwer Fuß. Hier dominieren der US-Konkurrent Qualcomm sowie der britische Chipdesigner ARM.

Kommentare (1)

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13.03.2014, 15:04 Uhr

Die wohl spannendste Beteiligung könnte Intel in Kanada kriegen. POET Technologies hat ein Herstellungsverfahren für integrierte optoelektronische Halbleiter auf Gallium-Arsenid-Basis entwickelt – deutlich schneller und stromsparender als herkömmliche Silizium-Chips. Ich hatte das Unternehmen neulich in einem Blogbeitrag vorgestellt: https://rainerklute.wordpress.com/2014/02/01/poet-technologies/.

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