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28.03.2012

13:57 Uhr

IT-Sicherheit

„Metaspam“ verbreitet Schadsoftware

Was ist die Steigerung von Spam? „Metaspam“ - unerwünschte E-Mail-Nachrichten, die angeblich vor Spam warnen - in Wirklichkeit aber selbst Schadsoftware verbreitet. Derzeit sind zwei derartige Kampagnen im Umlauf.

Spam-Nachrichten kommen häufig scheinbar von vertrauenswürdigen Autoritäten - wie im aktuellen Fall von einem prominenten Tibeter. dpa

Spam-Nachrichten kommen häufig scheinbar von vertrauenswürdigen Autoritäten - wie im aktuellen Fall von einem prominenten Tibeter.

AugsburgDie IT-Sicherheitsfirma Trend Micro beobachtet aktuell zwei Spam-Attacken, die vor zwei Spam-Angriffen warnen. Vermeintliche Absender dieser Metaspam-Nachrichten sind ein gewisser „Alienvault“ sowie ein prominenter Tibeter, der in New York lebt. Während Alienvault die Empfänger auf eine bösartige Kampagne hinweist, die politische Ereignisse in Tibet als Köder verwendet, tarnen sich die scheinbar von besagtem Tibeter stammenden Spam-Nachrichten mit einer E-Mail-Kampagne, die angeblich in dessen Namen die Runde macht. Beide Metaspam-Attacken nutzen Sicherheitslücken aus und führen zu Infektionen mit Trojaner-Schädlingen, die unter anderem persönliche Informationen wie Benutzernamen und Passwörter ausspionieren oder Schadcode auf den infizierten Systemen ausführen. 
Die Sicherheitsforscher von Trend Micro prüfen zurzeit, ob die beiden Angriffe zusammenhängen und von ein und denselben Online-Gangstern gesteuert werden. Metaangriffe, also als Warnungen vor Attacken getarnte Angriffe, nehmen offensichtlich zu und erweitern das ohnehin schon viel zu große Arsenal an so genannten Social Engineering-Tricks.

Attacken nutzen Sicherheitslücken in Java und Office

Beide Metaspam-Attacken nutzen Sicherheitslücken in der Java-Laufzeitumgebung und diversen Microsoft Office-Versionen aus. Trend Micro rät Anwendern daher dringend, ihre Systeme und Anwendungen auf dem aktuellen Stand zu halten und Sicherheitsaktualisierungen so schnell wie möglich zu installieren. Cyberkriminelle, die wie in diesem Fall bekannte Sicherheitslücken ausnutzen, haben so praktisch keine Chance. Entsprechende Sicherheitsaktualisierungen von Microsoft und Oracle liegen schon seit längerem vor. 

Sicherheitstipps für PC und Mac

Datensparsamkeit

Nutzer von Internetdiensten sollten sparsam mit Daten umgehen und nur so viel Informationen preisgeben wie nötig. Man kann sich durchaus auch mit einem Anbieter in Verbindung setzen und fragen, warum er unbedingt eine bestimmte Information braucht.

Überlegen Sie sich grundsätzlich, ob es notwendig ist, sich bei einem bestimmten Dienst mit Daten anzumelden. Verlangen Sie von Diensten, die Sie nicht mehr nutzen die Löschung Ihrer personenbezogenen Daten. Sofern das Unternehmen die Daten – beispielsweise für Abrechnungen – nicht mehr benötigt, ist es dazu verpflichtet, die Daten auf Wunsch zu löschen. Sie können sich dabei auf das Bundesdatenschutzgesetz berufen.

Software-Updates einspielen

Wenn Sicherheitslücken ausgenutzt werden, befinden sich diese heutzutage nur noch selten im Betriebssystem selbst, sondern viel häufiger in installierter Standard-Software wie dem Webbrowser, Adobe Acrobat Reader oder Adobe Flash. Die drei genannten und besonders gefährdeten Anwendungen können selbst aktiv Inhalte ausführen und sind daher für Attacken beliebt. Achten Sie daher darauf, dass nicht nur das Betriebssystem regelmäßig aktualisiert wird, sondern auch Ihr Webbrowser sowie die installierte Standard-Software wie PDF-Betrachter und Flash-Plugin.

Sämtliche installierte Software auf Aktualität und Sicherheitslücken zu prüfen, ist ohne Hilfe natürlich eine Herkulesaufgabe. Zum Glück gibt es die kostenlose Software Secunia Personal Software Inspector (PSI). PSI sucht automatisch nach veralteter Software. Mit dem Menüpunkt „Secure Browsing“ lässt sich außerdem nach veralteten Browser-Erweiterungen suchen. Übrigens sind diese Erweiterungen auch der häufigste Grund für Abstürze von Browsern – weniger ist daher meist mehr.

Anti-Viren-Lösung

Viren und Würmer gefährden die Daten-Sicherheit. Daher sind Präventionsmaßnahmen angeraten. „Viel hilft viel“ ist hier allerdings nicht angesagt, da sich verschiedene Anti-Viren-Scanner gegenseitig stören. Optimal ist daher die Kombination aus drei Schutzarten. Installieren sollte man eine Personal Firewall, die ein- und ausgehende Verbindungen kontrolliert und einen Virenscanner, der mit seinen Virensignaturen bekannte Schädlinge stoppt; außerdem sollte die Schutz-Software heuristische Methoden einsetzen, die auch unbekannte Schädlinge aufgrund des Verhaltens erkennt. Anti-Virus-Lösungen gibt es nicht nur für Windows-Rechner, sondern auch für Macs.

Verhalten

Mac und Windows

Noch wichtiger als ein stets aktueller Virenschutz ist allerdings das Verhalten des Nutzers: Führen Sie keine Dateien aus dubiosen Quellen aus und öffnen Sie keine Anhänge von E-Mails, die Ihnen seltsam vorkommen.

Festplatte verschlüsseln

Mac und Windows

Wenn wichtige geschäftliche oder private Daten in falsche Hände geraten, können große Schäden entstehen. Die Gefahr ist insbesondere bei mobilen Rechnern groß. Von daher ist es ratsam, sensible Daten zu verschlüsseln. Als besonders sicher gilt die kostenlose Software TrueCrypt, die für Windows, Linux und Mac OS X verfügbar ist. Damit können sowohl einzelne Ordner als auch die gesamte Festplatte verschlüsselt werden. Selbst das FBI hat sich an TrueCrypt schön die Zähne ausgebissen: Nach fast einem Jahr musste die US-Behörde die Festplatte eines brasilianischen Bankiers zurückgeben – nach wie vor verschlüsselt. 

Haupteinfallstor E-Mail-Account

Jedem ist bewusst, dass die Nutzerkonten bei Amazon, Ebay oder Paypal durch ein langes und sicheres Passwort geschützt sein sollten. Der beste Schutz dort nützt aber nichts, wenn nicht auch das E-Mail-Konto gut abgesichert ist. Hat sich ein Angreifer Zugang zum Posteingang verschafft, kann er auch ohne großen Aufwand auf alle weiteren Nutzerkonten zugreifen, indem er sich einfach neue Passwörter zuschicken lässt – egal ob bei Ebay oder anderen Services im Web.

Passwörter

Grundsätzlich ratsam ist es, nicht nur sichere Passwörter zu verwenden, sondern auch immer unterschiedliche bei verschiedene Diensten. Mit den einmal geklauten Login-Informationen lassen sich ansonsten Benutzerkonten auf Einkaufs-Websites, bei Reiseanbietern oder anderen Dienstleistern öffnen und widerrechtlich nutzen.

Wie so häufig beim Thema Sicherheit steht dabei jedoch die Bequemlichkeit im Weg: Wie nur soll man sich mehrere Passwörter merken, die auch noch sicher sind – das heißt keine Wörter, die man im Duden findet und möglichst noch mit Sonderzeichen?

Dafür gibt es einen Trick: Statt eines kryptischen Wortes merken Sie sich einfach einen sinnvollen Satz, der für Sie eine Bedeutung hat. Das Passwort besteht dann auf den jeweiligen Anfangsbuchstaben des Satzes – bei Beachtung der Groß- und Kleinschreibung. Ein Beispiel wäre der Satz: Meinen Rechner mache ich mit einem komplizierten Passwort sicher. Als Passwort wird daraus: MRmimekPs – ein Wort, das Sie garantiert in keinem Lexikon finden.

Auf sichere Datenübertragung achten

Wann immer sensible Informationen im Web übertragen werden, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich um eine verschlüsselte SSL-Verbindung handelt. Das erkennen Sie daran, dass die Webadresse im Adressfeld mit https:// beginn statt http://. Aktuelle Versionen der gängigen Browser Firefox, Internet Explorer, Chrome, Opera und Safari überprüfen dabei automatisch, ob der Anbieter der verschlüsselten Verbindung auch der ist, für den er sich ausgibt. Wichtig ist dabei, die jeweils neueste Version des Browsers zu verwenden. Diese haben einen Phishing-Schutz eingebaut, der die meisten Websites erkennt, die nicht das sind, was sie vorgeben.

Ferner sollten Anwender Nachrichten von unbekannten Absendern stets genauestens prüfen und beim geringsten Zweifel sofort löschen. Auf keinen Fall sollten sie auf eingebettete Webadressen klicken, ohne diese vorher zu verifizieren. Und drittens sollten Anwender Sicherheitslösungen installieren, die Webadressen, Dateien und E-Mails bewerten und für diese Bewertung miteinander korrelieren. Erst dadurch können E-Mail-Nachrichten, die eine Webadresse enthalten und auf eine bösartige Webseite leiten oder bösartige Dateianhänge haben, aussortiert werden, bevor sie den Empfänger erreichen. 

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