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14.09.2011

10:00 Uhr

IT-Sicherheit

Unternehmen gehen mit Angriff zur Verteidigung über

VonDana Heide

Unternehmen fühlen sich zunehmend von Hackern bedroht. Das ruft Spezialisten für IT-Sicherheit auf den Plan. Die Firmen werden in diesem Jahr weltweit rund 50 Milliarden Dollar für ihre IT-Sicherheit ausgeben.

Sicherheitskonferenz "Black Hat" in Las Vegas. Unternehmen investieren in die IT-Sicherheit. dapd

Sicherheitskonferenz "Black Hat" in Las Vegas. Unternehmen investieren in die IT-Sicherheit.

DüsseldorfMario Heiderich hat einen weißen Hut auf. Natürlich nur bildlich, denn er ist ein "White Hat". So nennt man in der Szene die guten Hacker, also jene IT-Spezialisten, die Sicherheitslücken in Softwareprogrammen finden und den Nutzer darauf hinweisen. Die bösen Hacker, die "Black Hats", haben zuletzt für viel Aufregung gesorgt, als sie die Daten von Sony-Kunden stahlen, die Website des amerikanischen Geheimdienstes CIA lahmlegten und den US-Rüstungskonzern Lockheed Martin angriffen.

Und die Bedrohung nimmt zu. Laut einer Studie, die das Bundeskriminalamt vor einer Woche vorstellte, hat sich die Zahl der Fälle von Wirtschaftskriminalität im Internet im vergangenen Jahr fast verdreifacht.
Die Unternehmen reagieren: 50 Milliarden Dollar werden sie in diesem Jahr weltweit für ihre IT-Sicherheit ausgeben, hat eine Studie des Marktforschers Gartner ergeben. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschers IDC wollen 70 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern ihr Budget für IT-Sicherheit in den nächsten beiden Jahren aufstocken.

Um sich gegen die bösen Hacker zu schützen, arbeiten die Unternehmen immer öfter mit den guten zusammen. So zahlen der Softwareriese Microsoft, der Web-Browser-Hersteller Mozilla und seit ein paar Wochen auch das soziale Netzwerk Facebook bis zu vierstellige Prämien dafür, wenn jemand einen Fehler in ihrer Software findet.

So wie Mario Heiderich. Der 30-Jährige hat Sicherheitslücken im Mozilla-Browser gefunden, sie dem Unternehmen gezeigt und dafür eine Belohnung erhalten. Derzeit hackt er vor allem für die Deutsche Post und für Microsoft freiberuflich.

Hacker Mario Heiderich: "Es ist ein tolles Gefühl, Lücken zu entdecken, obwohl schon Profis danach gesucht haben." privat

Hacker Mario Heiderich: "Es ist ein tolles Gefühl, Lücken zu entdecken, obwohl schon Profis danach gesucht haben."

Angefangen hat alles vor zehn Jahren, während seines Medieninformatik-Studiums, als Heiderichs Computer von einem Virus befallen wurde. Um sich künftig davor zu schützen, arbeitete er sich in das Thema IT-Sicherheit ein. Seinen ersten richtigen Erfolg hatte Heiderich jedoch erst drei Jahre später. Für eine Agentur arbeitete er als Webentwickler und entdeckte dabei eine Sicherheitslücke in einem Webbrowser - eigentlich eher versehentlich. Sein Wissen eignete er sich im Austausch mit anderen Hackern in Foren an, wie die meisten seiner Kollegen. Aber vor allem tauscht sich die Hackergemeinde derzeit über den Kurznachrichtendienst Twitter aus.

Das Hacken ist für Heiderich eine Leidenschaft. Selbst in seiner Freizeit nimmt er noch an Wettbewerben teil, bei denen die Hacker darin wetteifern, wer am schnellsten die größte Sicherheitslücke findet. So wie im vergangenen Jahr, als die Deutsche Post mit dem "Security Cup" dazu aufrief, Einfallstore bei ihrem E-Post-Brief zu finden. Es lockten Preisgelder von bis zu 5000 Euro pro entdeckte Lücke. Mehr als 100 Teams bewarben sich. 88 Kandidaten aus zwölf Ländern wurden ausgewählt. Heiderich gewann den Wettbewerb mit seinem Team. "Es ist ein tolles Gefühl, Sicherheitslücken zu entdecken, obwohl schon einige Profis zuvor danach gesucht haben. Hacker haben einen großen Ehrgeiz, besser über eine Software Bescheid zu wissen, als die Entwickler selbst", sagt er.

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