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09.03.2006

14:50 Uhr

IT-Sicherheitsbedrohungen

Trojaner haben Viren und Würmern den Rang abgelaufen

Trojaner sind in den vergangenen Jahren zur gefährlichsten Bedrohung im Internet geworden und haben damit Viren und Würmern den Rang abgelaufen.

Virus-Attacke dpa

Zwei Gummi-Würmer liegen symbolisch auf einem Computerbildschirm, auf dem das E-Mail-Programm "Microsoft Outlook" zwei E-Mails mit anzeigt.

dpa HANNOVER. Anbieter von Lösungen für IT-Sicherheitsbedrohungen wie das Unternehmen Sophos arbeiten darum verstärkt daran, Administratoren von Firmennetzwerken Lösungen an die Hand zu geben, die die Schadprogramme (Malware) von den Rechnern fern halten. "Derzeit sind rund 120 000 Schadprogramme im Umlauf, monatlich kommen rund 1 500 dazu", sagte Sophos-Geschäftsführer Steve Munford am Donnerstag bei der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover.

Während Viren, Würmer und Trojaner früher überwiegend von jungen Leuten geschrieben worden, um andere zu beeindrucken, sei die Programmierung der Malware inzwischen meist finanziell motiviert. "Der früher unkoordinierte Vandalismus ist durch gezielte kriminelle Aktivitäten abgelöst worden", sagte Munford. Spam sei inzwischen eine weltweite Industrie geworden.

Eine besondere Herausforderung für Firmen sei zudem die immer komplexer werdende IT-Struktur. "Rechner werden nicht mehr nur von einem festen Arbeitsplatz aus bedient, sondern müssen mobil sein." Sophos stellte auf der Messe die nach eigenen Angaben erste integrierte Sicherheitslösung sowohl für unternehmensinternen E-Mail-Verkehr als auch für die Kommunikation nach außen vor, die Hardware, Software und Beratung aus einer Hand liefert.

Im Kampf gegen das Ausspionieren von Passwörtern beim Online-Banking setzt auch die Commerzbank auf mehr Sicherheit. So genannte indizierte Transaktionsnummern (itan) lösen die bisherigen Zugangsschlüssel ab, wie die Bank mitteilte. Statt einer beliebigen müssten Kunden nun eine bestimmte Transaktionsnummer von ihrer Liste eingeben. Mit einem Bestätigungscode (BEN) könnten die rund 500 000 Online-Kunden zusätzlich nach der Transaktion die ordnungsgemäße Übermittlung ihrer Daten zur Bank überprüfen.

Das neue Verfahren soll vor allem so genannte Phishing-Attacken verhindern. Beim "Passwort-Fischen" versuchen Betrüger, mit gefälschten E-Mails die Kontonummern und Passwörter von Kunden auszuspähen. Erschweren soll das itan-Verfahren zudem Angriffe mit Spionageprogrammen, so genannten Trojanern. Einige Banken haben deshalb ihre Sicherheitsvorkehrungen bereits verschärft oder planen, dies zu tun.

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