Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2007

12:40 Uhr

Japans Entwickler holen auf

Elpida und Toshiba bauen neuen Chip

Japans Elektrohersteller holen sich bei der Entwicklung von Speicherchips die Initiative zurück, die ihnen die Koreaner in den letzten Runden technischer Neuerungen abgenommen haben.

HB TOKIO. Der Chiphersteller Elpida lässt einen neuen Speicherbaustein in Massenproduktion gehen, dessen Schaltkreise nur noch einen Durchmesser von 70 Nanometern haben. Üblich sind für die so genannten Drams bisher 90 Nanometer. Damit sinken die Produktionskosten um 40 Prozent bei deutlich größerer Speicherkapazität.

Der Elektronikkonzern Toshiba meldet zugleich Erfolge bei der Serienreife ihrer neuen Permanentspeicher für USB-Sticks oder Speicherkarten für Digitalkameras. Die Schaltkreise dieser Flash-Memory-Chips haben nur noch eine Größe von 56 Nanometern im Vergleich zu den heute üblichen 90 Nanometern. Damit lassen sich größere Datenmengen kostengünstiger unterbringen, was den Weg freimacht für den zurzeit viel diskutierten Ersatz von Festplatten durch Speicherchips. Das kann sich beispielsweise für Notebooks lohnen, weil keine mechanischen Teile mehr belastet werden und der Rechner schneller auf die Daten zugreifen kann.

Die Elektronikindustrie fragt die höher entwickelten Bauelemente sofort nach. Bei der Einführung der Technik mit 90 Nanometern Breite der Schaltkreise hinkte Elpida ein halbes Jahr hinterher. Mit der schnellen Einführung der neuen Chips winkt den Japanern nun ein Ausbau ihres weltweiten Marktanteils. Sowohl Elpida als auch Toshiba investieren derzeit heftig in Entwicklung und Produktion. Toshiba plant ein neues Werk in Japan und Elpida geht eine Kooperation mit dem taiwanesischen Hersteller Powership Semiconductor ein.

Samsung hat sich durch kurze Entwicklungszyklen eine Position als Marktführer für beide Speicherklassen - Dram und Flash Memory - erkämpft. Davor waren die Japaner Technikführer für Speicherchips; als sich herausstellte, dass die koreanischen Ingenieure neue Chips schneller entwickeln und vor allem in Produktion schicken können, hat das eine Reihe pessimistischer Medienberichte in Japan ausgelöst.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×