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02.02.2007

16:30 Uhr

Jewelry-PC

Brillies statt Bytes

VonStefan Wimmer

Computer sind graue Mäuse. Normalerweise. Doch der Jewelry-PC ist alles andere. Die wenigsten werden ihn als Rechner erkennen. Und wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass der Heimcomputer künftig neben dem Fernsehgerät steht.

Die neuen Rechner sind wohnzimmerschick.

Die neuen Rechner sind wohnzimmerschick.

DÜSSELDORF. Am 29. Januar war Microsoft-Tag. Endlich gab es wieder was zu feiern bei den Techno-Nerds aus Cupertino. Weltweit knallten die Korken und Schaltkreise zur Geburtsfeier von Windows Vista, und Bill Gates flog nach New York, um das neue Betriebssystem gebührend zu begießen.

Das wohl schönste Taufgeschenk hat aber wohl der kalifornische Computerhersteller Moneual Lab der Vista-Gemeinde gemacht: einen Medien-PC, der aussieht wie ein 2x400-Watt-Verstärker einer High-End-Anlage und eben nicht wie eine der grauen Büromäuse, die unsereins normalerweise unter dem Schreibtisch versteckt.

Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass der Heimcomputer künftig neben dem Fernsehgerät steht. Und höchstens noch die Tastatur verrät, dass mit dem silberglänzenden Gerät auch die Steuererklärung gemacht und die Anwaltsbriefe im Nachbarschaftsstreit getippt werden müssen.

Die neuen Rechner sind wohnzimmerschick – aber hinter der Heimelektronik-Fassade schlummern gewaltige Rechnerleistungen und – im Falle des Jewelry-PC – auch professionellste Arbeitsausstattungen.

Der Edelsteinrechner ist nämlich mit Windows Vista Ultimate ausgestattet, der Edelvariante des neuen Betriebssystems. Mit dem Entertainmentkasten kann man also auch problemlos ein kleines Unternehmen führen, während die Filme fürs Wochenende heruntergeladen werden.

Damit beim Heimtheater auch alles auf dem höchsten Niveau flimmert und rauscht, habend die Rechnerspezialisten aus Irvine in Kalifornien einen schnellen Athlon-64-FX-Prozessor von AMD verbaut, ihm acht Gigabyte Arbeitsspeicher und eine zwei Terabyte große Festplatte verpasst. High-End-Grafikkarten sollen das Heimkino- und Spielerlebnis perfekt machen. Außerdem arbeitet ein Blu-ray-Laufwerk im Metallgehäuse. Blu-ray soll die DVD ablösen, immerhin fasst das neue Format die fünffache Datenmenge.

So viel Technik hat ihren Preis: 999 999 Dollar. O.k., nicht nur wegen der Technik. Vielmehr erklärt sich der hohe Preis durch den scheinbar immer noch ungebrochenen Trend zum BLING. Diesen neureichen Versuch, profanen Alltagsgegenständen wie Angelhaken mit Brillanten zu einer neuen Existenz in Rap-Videos oder Oligarchenvillen zu verhelfen. Der Jewelry-PC ist aus Gelb- und Weißgold und ist brillantgespickt. Damit sich künftig Heimkinobesitzer in Peking oder St. Petersburg nicht in die Wolle kriegen, gibt es drei Modelle zur Auswahl: Baroque mit Saphiren, Renaissance mit Smaragden und Rubinen und Rococo mit allen dreien.

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