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11.01.2009

13:36 Uhr

Jon Rubinstein

iPod-Vater will Palm retten

VonAxel Postinett

Einst war Jon Rubinstein einer der engsten Mitarbeiter von Apple-Ikone Steve Jobs. Nun attackiert er seinen Ex-Chef:Auf der Elektronikmesse CES präsentierte er mit dem neuen Palm Pre den momentan wohl heißesten Gegner des iPhone.

LAS VEGAS. Er dünstet es aus jeder Pore. "Seht her", strahlt Jon Rubinstein aus, "2001 habe ich mit meinem iPod Apple gerettet. Jetzt werde ich Palm retten."

Mit elastischem Schritt federt der Chairman von Palm, dem Hersteller des legendären handtellergroßen Organizers, auf die Bühne der Elektronikmesse CES in Las Vegas. Zum jugendlichen Sporthemd in blau trägt der langjährige Entwicklungschef von Apple und rechte Hand von Steve Jobs das lockere Lächeln des Siegers.

Ein anderer Top-Manager hätte erst einmal ein paar Worte zur katastrophalen Lage des Unternehmens verloren, dem er vorsteht und das im dritten Quartal 2008 traumatische 500 Millionen Dollar Verlust ausgewiesen hat. Er hätte über drastische Maßnahmen gesprochen und weitere 100 Millionen Dollar, die der Großaktionär Elevation Partners jüngst in die Firma gepumpt hat.

Nicht Rubinstein. Der 52-Jährige genießt die Huldigungen der Palm-Fans, schwelgt in den Erfolgen der Vergangenheit, um dann zu prophezeien, dass Palm daran nahtlos anknüpfen werde.

Als ob das so einfach wäre. Scheinbar lässt das legendäre "Reality Distortion Field", die Aura des ungestörten Daueroptimismus im Umkreis von einer Meile rund um Steve Jobs, niemanden mehr los, der einmal im Dunstkreis des Meisters gearbeitet hat. Und das hat Rubinstein lange genug, zunächst bei Next Computer, dann bei Apple. Er hat den iPod groß gemacht und die iMac-Computer entwickeln lassen. Rubinstein nennt Jobs voll Respekt "Mr. Incredible" - "Mr. Unglaublich". Rubinstein sagt: "In den Apple-Erfolg geheimnissen die Leute viel zu viel hinein." Es sei ganz einfach: "Zuerst an den Kunde denken, und dann ans Geschäft. Nicht umgekehrt."

Zur großen Überraschung verließ er Apple 2006 aber wenige Tage vor dem 30. Firmengeburtstag. Und: Die Bewunderung für Jobs hält Rubinstein nicht davon ab, Apple frontal anzugreifen, auch wenn er das im Gespräch mit dem Handelsblatt als normalen Kollateralschaden im Wirtschaftsdarwinismus abtut. Es gehe ihm einfach nur um das beste Produkt.

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