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11.10.2011

13:26 Uhr

Karte oder Smartphone?

Der Milliardenmarkt des bargeldlosen Zahlens

VonChristoph Schlautmann

Das Geschäft mit dem bargeldlosem Bezahlen ist milliardenschwer. Das haben auch Internetfirmen wie Google und Handybetreiber wie Verizon längst begriffen. Ihr Engagement schreckt klassische Kreditkartenanbieter auf.

Google will das Smartphone zur Geldbörse der Zukunft machen. dapd

Google will das Smartphone zur Geldbörse der Zukunft machen.

BerlinBargeld war gestern. Wer heute ein Smartphone besitzt, lädt sich kurzerhand das Miniprogramm („App“) von PayPal herunter, tippt den zu zahlenden Betrag in die Eingabemaske und stößt mit dem Internethandy seines Gläubigers an, als wäre es ein Kölschglas.

Der Bezahlvorgang ist skurril wie effektiv. Sekunden später schreibt PayPal das geschuldete Geld dem Gegenüber gut. Alles was die beiden Geschäftspartner brauchen: einen Account bei der Ebay-Finanztochter und ein Girokonto, von dem PayPal via Lastschrift abbucht.

Noch einfacher soll es ab Jahresbeginn im amerikanischen Salt Lake City gehen. Dort entschieden die Funknetzbetreiber T-Mobile, AT&T und Verizon vor wenigen Monaten, ihren Kunden internetfähige Mobiltelefone an die Hand zu geben, mit denen sie in der ganzen Stadt bezahlen können.

Schon jetzt halten S-Bahnen und Busse in Utahs Hauptstadt Automaten bereit, die kontaktlos aus vier Zentimeter Entfernung Zahlbeträge abbuchen. Den Einzelhandel rüsten die Netzbetreiber derzeit nach. Immerhin 100 Millionen Dollar haben sie für ihr Projekt bereitgestellt, das den Namen „Isis“ trägt. Wird es zum Erfolg, sollen 200 Millionen US-Amerikaner demnächst mit dem Handy zahlen können.

Mobile Payment

Marktvolumen

Im laufenden Jahr werden voraussichtlich 86 Milliarden Dollar per Handy überwiesen, erwartet die Marktforschungsfirma Gartner. Die Zahl der Nutzer steigt 2011 voraussichtlich um 38 Prozent auf 141 Millionen.

Wachstum

Die hohen Zuwachsraten erklären sich aus der zunehmenden Verbreitung von internetfähigen Handys. 20 Millionen Smartphones gibt es laut Forsa bereits in Deutschland, zehn Millionen weitere sollen in diesem Jahr hinzukommen, schätzt der Internetverband Bitkom.

Potenzial

Mit 49 Millionen ist die Zahl der Internetnutzer in Deutschland derzeit doppelt so hoch wie die Zahl der Kreditkartenbesitzer. Marktforscher sehen daher ein großes Potenzial für das mobile Bezahlen per Internet.

Die jüngsten „Mobile-Payment“-Initiativen der Internetfirmen und Handybetreiber versetzen Kreditkartenanbieter wie Mastercard und Visa in Alarmbereitschaft. Gelingt es den branchenfremden Angreifern, beim Zahlungsverkehr das Ruder zu übernehmen, könnte das Geschäftsmodell der Kartenfirmen rasch an Fahrt verlieren. „Schon ab 2015 werden wir in den Einzelhandelsgeschäften erleben, wie das Bezahlen per Smartphone die Kreditkarten allmählich verdrängt“, erwartet Zahlungsverkehr-Experten Thomas Sontheimer von der Beratungsfirma Accenture.

Kommentare (2)

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NurBaresistWahres

11.10.2011, 13:45 Uhr

Warum sollte man all diesen Unternehmen Zugriff auf seine Vermögenswerte gestatten. Man hat vor wenigen Wochen erst bei EASYCASH gesehen, welcher Missbrauch mit den Daten von Karteninhabern stattfindet. Mit zunehmendem Alter komme ich wieder zum Bargeld zurück....nur Bares ist Wahres!

Holger_Maassen

12.10.2011, 12:13 Uhr

Dies ist doch eine logische Folge und Ergänzung im Markt, dem Kundenverhalten und des Potentials der Anbieter. Das Verhalten der Nutzer von Interaktiven Medien werden Jahr für Jahr, Monat für Monat Ihr Verhalten wandeln.
http://ux4dotcom.blogspot.com/2009/10/user-behavior-of-mobile-devices-and.html
Dies macht die Arbeit am MArkt und mit den Kunden doch erst spannend und bietet ständig neue Potentiale für eine höhere Kunden und Nutzerzufriedenheit.

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