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19.01.2005

13:20 Uhr

IT + Telekommunikation

Kickern gegen den Roboter

Kickern gegen den Roboter: Der neue „Star Kick“ soll es möglich machen. Mit Kameras und Sensoren erfasst der Roboter 50-mal pro Sekunde das Spielfeld, den Ball und die Aktionen des Gegenspielers. Die Daten werden an einen Computer geschickt und blitzschnell verarbeitet.

Automatenindustrie

Ein Mann betrachtet die vielen bunten Lichter der Spielautomaten auf der Messe IMA.

dpa NÜRNBERG. Kickern gegen den Roboter: Der neue „Star Kick“ soll es möglich machen. Mit Kameras und Sensoren erfasst der Roboter 50-mal pro Sekunde das Spielfeld, den Ball und die Aktionen des Gegenspielers. Die Daten werden an einen Computer geschickt und blitzschnell verarbeitet.

Einen „spannungsgeladenen Kampf zwischen Mensch und Maschine“ verspricht die ostwestfälische Gauselmann- Gruppe, die das Tischfußball-Gerät gemeinsam mit Informatikern der Uni Freiburg entwickelt hat und auf der Fachmesse für Unterhaltungs- und Warenautomaten IMA in Nürnberg am Mittwoch vorstellte.

Mit Innovationen wie dem kickenden Roboter will die Unterhaltungsautomaten-Branche aus dem Tief herauskommen. Im vergangenen Jahr sanken die Umsätze um zwei Prozent auf 3,79 Mrd. Euro. „Der langfristige Trend, dass die Investitionen der Aufstellunternehmen, gemessen an den Umsätzen, rückläufig sind, hat sich fortgesetzt“, resümiert Firmenchef Paul Gauselmann, der auch Chef des Branchenverbands Vdai ist.

Nach einer Aufstellung des Münchner ifo-Instituts sank die Zahl der in Lokalen und Spielstätten installierten Unterhaltungsautomaten seit 1996 um fast ein Fünftel auf 377 500. „Unter der Investitionszurückhaltung hatten auch die Hersteller zu leiden“, sagt ifo-Experte Hans-Günther Vieweg. Für 2005 erwartet er die Wende: Neuheiten wie der elektronische Flipper oder moderne Touch-Screen- Geräte mit Angeboten für Karten-, Quiz- und Memory-Spiele sollen die Umsätze ankurbeln.

Vor allem aber will sich die Branche wieder ein größeres Stück vom Glücksspiel-Kuchen in Deutschland abschneiden. Dessen Gesamtvolumen liegt nach einer Aufstellung der „Deutsche Spielbanken Interessen- und Arbeitsgemeinschaft“ (Desia) bei neun Mrd. Euro (2003). Mehr als die Hälfte davon kassiert der Staat über das Lotto. Auf staatliche Spielbanken entfallen zehn Prozent, auf das gewerbliche Geld-Gewinnspiel am Automaten 25 Prozent.

Mit Multimedia-Geräte sollen verstärkt junge Leute in die Spielstätten gelockt werden. Die Branche habe feststellen müssen, „dass die Gameboy-Generation dem Hauptprodukt der deutschen Automatenindustrie, dem Geldspielgerät, nur bedingt Interesse schenkt“, sagt Bernhard Eber von Bally Wulff, einem der führenden Spielautomaten-Hersteller. Die Berliner stellen auf der IMA ein neues Geldgewinnspielgerät mit integriertem Display vor, das dem Spiel „bewegtes Leben einhaucht“.

Generell seien die Spieler an den Geldgewinn-Geräten gesetzlich gut geschützt, meinen die Branchenvertreter. So habe in der neuen Spielverordnung der Bundesregierung der Spielerschutz Vorrang erhalten. Der durchschnittliche maximale Verlust, den ein Spieler je Stunde an einem Gewinnspiel-Automaten erleiden kann, werde bei 29 Euro festgeschrieben, der maximale Gewinn auf 500 Euro. Verbandschef Gauselmann will daher auch kritische Äußerungen, die Produkte der Branche förderten die Spielsucht, nicht gelten lassen: „99 Prozent der Spielgäste sind in der Lage, Dauer und Intensität ihres Spielvergnügens eigenverantwortlich zu steuern.“

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