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25.01.2012

08:58 Uhr

Kim Dotcom

Megaupload-Gründer muss in Haft bleiben

Kim Schmitz, Gründer der Internetplattform Megaupload, kommt nicht gegen Zahlung einer Kaution frei. Der Grund: Es bestehe Fluchtgefahr, sagte der zuständige Richter. Derweil wurde der fünfte Verdächtige festgenommen.

Kim Schmitz alias Kim Dotcom bleibt in Untersuchungshaft. Reuters

Kim Schmitz alias Kim Dotcom bleibt in Untersuchungshaft.

WellingtonDer in Neuseeland festgenommene deutsch-finnische Gründer der Internetplattform Megaupload, Kim Dotcom, kommt nicht gegen Zahlung einer Kaution frei. Das entschied ein neuseeländisches Gericht am Mittwoch (Ortszeit). Es bestehe Fluchtgefahr, erklärte Richter David McNaughton zur Begründung.

Im Zuge der Ermittlungen gegen die inzwischen abgeschaltete Internetplattform wurde ein fünfter Verdächtiger festgenommen worden. Das verlautete aus Kreisen des US-Justizministeriums in Washington. Die niederländische Polizei habe einen 32-jährigen estnischen Staatsbürger mit Wohnsitzen in der Türkei und Estland festgenommen.

Megaupload-Alternativen

Wupload

Wupload ist wie Megaupload ein sogenannter One-Click-Hoster: Dateien können ohne Anmeldung auf dem Dienst herauf- und heruntergeladen werden. Wie bei Megaupload und anderen Vorbildern der Branche ist die Größe der Dateien für Gratis-Nutzer auf 100 Megabyte begrenzt. Noch größere Dateien werden meist als RAR-Archiv in mehrere einzelne Dateien aufgespalten. Auch Wupload ist rechtlich umstritten, ein Großteil der verfügbaren Dateien ist urheberrechtlich geschützt - ihr Download in Deutschland illegal.

Rapidshare

Neben Megaupload gehört Rapidshare zu den bekanntesten One-Click-Hostern überhaupt. Das Unternehmen hinter dem Datei-Hoster sitzt in der Schweiz. Wegen des umstrittenen Geschäftsmodells trägt die Aktiengesellschaft zahlreiche juristische Auseinandersetzungen aus. Rapidshare gibt an, Verstöße gegen das Urheberrecht nach Kenntnisnahme durch Löschung der Inhalte und Sperrung des Nutzers zu ahnden. Doch die Rechteinhaber kommen häufig mit den Löschanforderungen kaum nach, da es ohne weiteres möglich ist, mit einer anderen IP-Adresse Inhalte erneut hochzuladen. Ähnliche Anbieter sind außerdem Hotfile, Multiupload und Uploadking.

Filestube

Die Website Filestube wirbt mit dem Slogan „Download everything!“. Kritiker des Geschäftsmodells verweisen darauf, dass dies vor allem urheberrechtlich geschützte Dateien seien. Filestube selbst stellt die Dateien allerdings nicht bereit, sondern stellt lediglich eine Suche für Dateien zur Verfügung, welche die Dateien der gängigen Online-Speicherdienste erfasst. Sobald sich Rechteinhaber beschweren, werden Suchergebnisse mit urheberrechtlich geschützten Dateien entfernt.

Dass es die Website mit Urheber- und Markenrecht allerdings nicht so genau nimmt, zeigte sich schon am ursprünglichen Logo: Es hatte auffällige Ähnlichkeiten zum Youtube-Logo, wurde inzwischen aber leicht geändert.

Imageshack

Wenn es um Bilder geht, die ein Nutzer schnell mit anderen im Internet teilen möchte, ohne sich anzumelden, kann er die Website Imageshack nutzen. Auch Video-Dateien können bei Imageshack hochgeladen und geteilt werden.

Dropbox

Wer Dateien mit Freunden oder Kollegen teilen möchte, wählt dafür lieber Dropbox als einen Filehoster, bei dem die Dateien dann im Prinzip öffentlich sind. Via Dropbox lassen sich Dateien aller Art über das Internet zwischen verschiedenen Nutzern und über verschiedene Plattformen (Windows, Mac, Linux, Android, iOS usw.) hinweg synchronisieren. Wer auf die Dateien zugreifen möchte, muss sich anmelden. 2 GB Speicher sind kostenfrei.

In der vergangenen Woche hatte die Polizei in Neuseeland Dotcom und drei weitere Megaupload-Manager festgenommen. Die USA werfen dem Anbieter Verstöße gegen Gesetze zum Schutz des Urheberrechts vor. Auf der inzwischen abgeschalteten Plattform Megaupload.com konnten Nutzer Dateien wie Filme oder Musik auf einen Server hochladen, wo sie von anderen Nutzern wieder heruntergeladen werden konnten.

Der 38-jährige Dotcom hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Die USA haben seine Auslieferung beantragt. Die erste Anhörung dazu ist für den 22. Februar angesetzt. Insgesamt haben die US-Behörden in dem Fall gegen sieben Männer Vorwürfe erhoben. Nach zweien wird noch gesucht.

 

Von

dapd

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