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09.03.2006

16:15 Uhr

Kleincomputer vorgestellt

Microsoft nimmt mit „Origami“ neuen Anlauf

Das Konzept von Microsoft, für eine Produkteinführung auf trendige Marketing-Strategien zu setzen, scheint aufzugehen. Der weltgrößte Softwarekonzern hat auf der Cebit den Schleier um das mit Spannung erwartete Projekt "Origami" gelüftet. Es handelt sich dabei um Kleincomputer. Die Neuheit gehörte dann auch gleich zu den Highlights der Messe.

Die unter dem Code-Namen Origami von Microsoft entwickelten Computer im Taschenbuchformat werden mit einem Stift oder dem Finger bedient. Foto: ap

Die unter dem Code-Namen Origami von Microsoft entwickelten Computer im Taschenbuchformat werden mit einem Stift oder dem Finger bedient. Foto: ap

HB HANNOVER. Über Wochen hatte der Softwarekonzern hauptsächlich im Internet eine Spur gelegt, ohne das Geheimnis um die neuen ultramobilen PCs (UMPC) wirklich zu lüften. Erstmals wurden nun in Hannover konkrete Einzelheiten bekannt. Samsung, Asus sowie der taiwanesische Hersteller Founder präsentieren an ihren Ständen erste Modelle der handlichen, etwa DIN-A-5 großen und weniger als 900 Gramm wiegenden Geräte, die wie eine Kreuzung aus Smartphone und Tablet-PC aussehen. Tabel-PCs sind Notebooks, die mit einem Stift über das berührungsempfindliche Display bedient werden können.

"Eines Tages werden die Geräte so weit verbreitet sein wie Mobiltelefone", sagte Microsoft-Manager Bill Mitchell. Die Origamis verfügen über drahtgebundene und drahtlose Internet-Anschlüsse (Ethernet und WLAN) sowie ein berührungsempfindliches Display. Als Betriebssystem dient die Windows-Version für den Tablet-PC. Geräte mit dem künftigen Betriebssystem Vista seien in Vorbereitung, teilte Microsoft in Hannover mit. Die UMPCs lassen sich per Finger oder mit dem Stift bedienen. Alternativ sind an der Seite des Geräts Tasten zum Aktivieren verschiedener Programme angebracht. Im Herzen der kleinen Mobilgeräte schlagen Celeron-Prozessoren von Intel. In Kürze sollen erste Modelle auch in Deutschland verfügbar sein.

Eines der liebsten Kinder von Bill Gates

Seit Jahren ist der Tablet-PC eines der liebsten Kinder von Microsofts Chief Software Architect Bill Gates. Mit den wandelbaren Notebooks hatte der Unternehmensgründer allerdings bislang keinen durchschlagenden Erfolg, die Absätze dümpelten über Jahre mehr oder weniger konstant vor sich hin. Dabei sollte der Tablet-PC die Nutzung des mobilen PCs revolutionieren. Mit entsprechender Windows-Software und integrierter Schrifterkennung sollten die Geräte mühelos auch als traditionelles Notizbuch dienen. Mit den neuen kleinen Origamis, so die Einschätzung von Samsung-Manager David Steel, könne sich der Erfolgsfaktor jedoch schnell ändern. Heute, so Steel, könnten die neuen Möglichkeiten bei der Vernetzung den Geräten endlich zum Durchbruch verhelfen.

Um die Aufmerksamkeit auf die kleinen Minis zu lenken, hatte sich Microsoft in den vergangen Wochen eine für den weltgrößten Softwarekonzern relativ ungewöhnliche Methode zu Nutze gemacht. Mit Hilfe des so genannten viral marketing legte das Unternehmen im Netz eine Spur von zum Teil bedeutungsschwangeren Andeutungen. Ergebnis war, dass sich die Branche bereits seit längerer Zeit Spekulationen hingab, um welche Art von Produkt es sich denn handeln könne. Als einer der Effekte war auf der CeBIT etwa am Stand von Samsung am Donnerstag der kleine PC mit dem Namen Q1 hinter einer Menschentraube versteckt.

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