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10.03.2004

17:55 Uhr

Kleines Resümee bisheriger Entwicklung

Das Warten auf UMTS hat ein Ende

VonSebastian Klöppel (Handelsblatt)

Vodafone D2 überraschte die Konkurrenz: Mitte Februar startete der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter den ersten UMTS-Dienst in Deutschland - zunächst für Geschäftskunden, die mobil per Laptop surfen. Bis Ende des Jahres will Vodafone D2 auch passende Handys auf den Markt bringen. Nach langem Zögern scheint es nun ernst zu werden mit dem Mobilfunkstandard der dritten Generation.

HB DÜSSELDORF. Eigentlich sollte UMTS schon Ende 2002 starten, doch Aufschub folgte auf Aufschub. Heute demonstriert die Branche optimistische Gelassenheit. "Die Lizenz läuft 20 Jahre, da kommt es auf einen oder zwei Monate nicht an", sagt E-Plus-Sprecher Markus Gehmeyr. Und Marktführer T-Mobile hält sich in punkto UMTS-Premiere ganz bedeckt. "Das kann morgen sein, aber auch erst in ein paar Monaten", sagt Sprecher Husam Azrak.

Keinerlei Zurückhaltung gab es dagegen im Sommer 2000, als sechs Unternehmen wie im Rausch für mehr als 50 Milliarden Euro Lizenzen für das "Universal Mobile Telecommunications System" ersteigerten. Sie versprachen bunte Handy-Wunderwelten: Schnelles Surfen im Internet, Spiele, Nachrichten sowie Musik und Videos als Downloads, außerdem Bildtelefonie und E-Mails mit Anhang.

Doch auf die sommerliche Euphorie folgte mehrjähriger Katzenjammer: Zu den teuren Lizenzen kamen Investitionen in den Aufbau eines komplett neuen Mobilfunknetzes. Der UMTS-Standard verlangt für dieselbe geographische Fläche mehr Zellen als bislang üblich, die von Bodenstationen inklusive Antennen und Verarbeitungselektronik mit Funksignalen versorgt werden. Zwei der UMTS-Abenteurer - MobilCom und Quam - haben inzwischen die Segel gestrichen.

Die verbliebenen Anbieter haben eigenen Angaben zufolge die Lizenzbedingung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post erfüllt. Die hatte gefordert, dass bis zum 31. Dezember 2003 mindestens ein Viertel der Bundesbürger mit UMTS zu erreichen sein müsse. Still und leise haben die Konzerne ihre Netze schon vor Monaten zu Testzwecken eingeschaltet. Ausgewählte Geschäftskunden von Vodafone D2 etwa durften sich seit Dezember mit UMTS-fähigen Notebook-Karten auf den Datenautobahnen vergnügen. Besitzer herkömmlicher SIM-Karten von T-Mobile können seit Mitte Januar auf UMTS-Basis schon mal telefonieren - mehr leider bislang nicht. Für E-Plus erprobt die Muttergesellschaft KPN schon seit Monaten in Holland den Live-Betrieb - und auch O2 hat fleißig geübt.

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